Gemein­schaft­lich began­ge­ne gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – und die pas­si­ve Anwe­sen­heit

§ 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB setzt vor­aus, dass der Täter die Kör­per­ver­let­zung mit einem ande­ren Betei­lig­ten gemein­schaft­lich begeht.

Gemein­schaft­lich began­ge­ne gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – und die pas­si­ve Anwe­sen­heit

Aus­rei­chend, aber auch erfor­der­lich ist, dass min­des­tens zwei Betei­lig­te (Täter oder Teil­neh­mer, § 28 Abs. 2 StGB) am Tat­ort bewusst zusam­men­wir­ken; es genügt, wenn eine am Tat­ort anwe­sen­de Per­son den unmit­tel­bar Tat­aus­füh­ren­den aktiv phy­sisch oder psy­chisch unter­stützt 1.

Eine rein pas­si­ve Anwe­sen­heit am Tat­ort reicht dage­gen nicht aus, und zwar selbst dann nicht, wenn der Anwe­sen­de die Kör­per­ver­let­zungs­tat des ande­ren inner­lich bil­ligt oder befür­wor­tet 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2016 – 3 StR 174/​16

  1. BGH, Urteil vom 22.12 2005 – 4 StR 347/​05, NStZ 2006, 572, 573[]
  2. KG, Beschluss vom 12.03.2013 – (4) 121 Ss 30/​13 (49/​13), StV 2014, 349[]