Gemein­schaft­li­che schwe­re Kör­per­ver­let­zung – duch dane­ben ste­hen?

Zur Erfül­lung des Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stan­des, dass die Täter die kör­per­li­che Miss­hand­lung des Geschä­dig­ten gemein­schaft­lich im Sin­ne von § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB begin­gen, ist die eigen­hän­di­ge Mit­wir­kung jedes Ein­zel­nen an der Ver­let­zungs­hand­lung nicht erfor­der­lich.

Gemein­schaft­li­che schwe­re Kör­per­ver­let­zung – duch dane­ben ste­hen?

Viel­mehr kann es genü­gen, dass ein am Tat­ort anwe­sen­der Tat­ge­nos­se die Wir­kung der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung des Täters bewusst in einer Wei­se ver­stärkt, wel­che die Lage des Ver­letz­ten zu ver­schlech­tern geeig­net ist [1].

Allein die Anwe­sen­heit einer zwei­ten Per­son, die sich pas­siv ver­hält, erfüllt die Qua­li­fi­ka­ti­on jedoch noch nicht [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Juli 2015 – 3 StR 261/​15

  1. BGH, Beschluss vom 17.07.2012 – 3 StR 158/​12, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 Gemein­schaft­lich 4[]
  2. BGH, Urteil vom 20.03.2012 – 1 StR 447/​11 12; Münch­Komm-StGB/Hard­tung, 2. Aufl., § 224 Rn. 34 mwN[]