Getrenn­te Revi­si­ons­be­grün­dun­gen durch meh­re­re Ver­tei­di­ger – und die Wie­der­ein­set­zung

Das Wie­der­ein­set­zungs­ge­such ist unzu­läs­sig, wenn die Revi­si­on des Ange­klag­ten infol­ge der durch wei­te­re Rechts­an­wäl­te recht­zei­tig erho­be­nen all­ge­mei­nen Sach­rü­gen for­mund frist­ge­recht begrün­det wor­den ist.

Getrenn­te Revi­si­ons­be­grün­dun­gen durch meh­re­re Ver­tei­di­ger – und die Wie­der­ein­set­zung

Dass der Ange­klag­te durch drei Rechts­an­wäl­te ver­tei­digt wird, von denen zwei die Sach­rü­ge frist­ge­recht erho­ben haben, der drit­te aber die Frist zur Gel­tend­ma­chung von Ver­fah­rens­be­schwer­den ver­säumt hat, ändert hier­an nichts; denn es han­delt sich bei der Revi­si­on des Ange­klag­ten unab­hän­gig von der Zahl sei­ner Ver­tei­di­ger um ein ein­heit­li­ches Rechts­mit­tel mit einer ein­heit­li­chen Begrün­dungs­frist.

Eine von der Recht­spre­chung aner­kann­te beson­de­re Ver­fah­rens­la­ge, in der die Wie­der­ein­set­zung zur Nach­ho­lung von Ver­fah­rens­be­an­stan­dun­gen aus­nahms­wei­se gewährt wer­den kann, liegt in dem hier beschrie­be­nen Fall nicht vor. Eine sol­che kommt nur in Betracht, wenn dies anders als hier zur Wah­rung des recht­li­chen Gehörs des Ange­klag­ten (Art. 103 Abs. 1 GG) uner­läss­lich erscheint 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2019 – 3 StR 498/​18

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 10.07.2008 3 StR 239/​08, BGHR StPO § 44 Ver­fah­rens­rüge 14 Rn. 2; vom 19.02.2019 3 StR 525/​18 3[]