Gewerbs­mä­ßi­ger Ban­den­be­trug – und die Auf­klä­rungs­hil­fe

Nach § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB kann das Gericht bei dem­je­ni­gen Tat­be­tei­lig­ten die Stra­fe mil­dern, der durch frei­wil­li­ges Offen­ba­ren sei­nes Wis­sens wesent­lich dazu bei­getra­gen hat, dass eine der in Bezug genom­me­nen Kata­log­ta­ten des § 100a Abs. 2 StPO – wie hier der gewerbs­mä­ßi­ge Ban­den­be­trug (§ 100a Abs. 2 Nr. 1 Buchst. n StPO, § 263 Abs. 5 StGB) – auf­ge­deckt wer­den konn­te.

Gewerbs­mä­ßi­ger Ban­den­be­trug – und die Auf­klä­rungs­hil­fe

Gemäß § 46b Abs. 1 Satz 3 StGB ist wei­te­re Vor­aus­set­zung, dass der Auf­klä­rungs­bei­trag des an der kon­kre­ten Tat Betei­lig­ten über sei­nen eige­nen Bei­trag hin­aus­geht.

Eine vor­he­ri­ge Tatent­de­ckung muss einer wesent­li­chen Auf­klä­rungs­hil­fe nicht ent­ge­gen­ste­hen. Denn ein aus­rei­chen­der Auf­klä­rungs­er­folg ist auch dann anzu­neh­men, wenn die Tat ohne die Anga­ben des Tat­be­tei­lig­ten nicht oder nicht im gege­be­nen Umfang ermit­telt wor­den wäre, die Aus­sa­ge des Täters jeden­falls eine siche­re­re Grund­la­ge für die Abur­tei­lung der Taten schafft, indem sie den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den die erfor­der­li­che Über­zeu­gung ver­mit­telt, dass ihre bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se zutref­fen1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. April 2019 – 1 StR 471/​18

  1. BGH, Urtei­le vom 23.01.2019 – 5 StR 479/​18 Rn. 28; und vom 02.11.2017 – 3 StR 301/​17 Rn. 6; Beschlüs­se vom 15.03.2016 – 5 StR 26/​16, BGHR StGB § 46b Vor­aus­set­zun­gen 5 Rn. 10; und vom 12.02.2013 – 5 StR 27/​13 Rn. 3