Gewerbs­mä­ßi­ger Dieb­stahl – auch ohne Ver­kaufs­ab­sicht

Gewerbs­mä­ßig­keit im Sin­ne von § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StGB setzt nicht vor­aus, dass der Täter die Tat­beu­te ver­kau­fen will.

Gewerbs­mä­ßi­ger Dieb­stahl – auch ohne Ver­kaufs­ab­sicht

Eine nicht nur vor­über­ge­hen­de Ein­nah­me­quel­le von eini­gem Umfang kann sich auch ver­schaf­fen, wer wie­der­holt in straf­recht­lich rele­van­ter Wei­se erlang­te Güter für sich ver­wen­det, um sich so die Kos­ten für deren Erwerb zu erspa­ren 1.

So ver­hielt es sich in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall jedoch nicht: Die Ent­wen­dung des VW Cad­dy dien­te der Flucht des Ange­klag­ten nach einem miss­glück­ten Ver­such, einen in der Nähe des Tat­orts ver­steck­ten Teil der Beu­te aus Tat 2 (12,5 t Fer­ro­niob) zu ber­gen. Auch die Ent­wen­dung des Mer­ce­des Via­no dien­te nicht der Erschlie­ßung einer (wei­te­ren) Ein­nah­me­quel­le, son­dern dem Abtrans­port eines Teils der bereits aus einem vor­an­ge­gan­ge­nen Dieb­stahl erziel­ten Tat­beu­te (2,8 t Zinn). Dies genügt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs für die Annah­me von Gewerbs­mä­ßig­keit nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Febru­ar 2018 – 5 StR 561/​17

  1. vgl. RG, Urteil vom 05.12 1919 – IV 985/​19, RGSt 54, 184, 185; BGH, Beschluss vom 23.03.1977 – 3 StR 70/​77; LK-StG­B/­Vo­gel, 12. Aufl., § 243 Rn. 36[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.12 2014 – 3 StR 484/​14, BGHR StGB § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Gewerbs­mä­ßig 2[]