Gewerbs­mä­ßig­keit – und die ers­te Tat

Liegt die Absicht vor, sich durch eine wie­der­hol­te Tat­be­ge­hung eine nicht nur vor­über­ge­hen­de Ein­nah­me­quel­le von eini­gem Umfang und eini­ger Dau­er zu ver­schaf­fen, ist bereits die ers­te Tat als gewerbs­mä­ßig began­gen ein­zu­stu­fen.

Gewerbs­mä­ßig­keit – und die ers­te Tat

Dabei ist es aus­rei­chend, wenn der Täter den inkri­mi­nier­ten Gegen­stand zur Deckung eige­ner Bedürf­nis­se ein­setzt und eige­ne Auf­wen­dun­gen erspart1.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Nach den Fest­stel­lun­gen war das Han­deln des Ange­klag­ten über den gesam­ten Tat­zeit­raum von Juli 2014 bis Dezem­ber 2016 dar­auf gerich­tet, die vor­über­ge­hen­de Gebrauchs­mög­lich­keit an Fahr­zeu­gen zu erlan­gen, wobei er bereit war, "nach der abseh­ba­ren Kün­di­gung der jewei­li­gen Lea­sing­ver­trä­ge die Fahr­zeu­ge an die Lea­sing­ge­ber zurück­zu­ge­ben", um sodann zu ver­su­chen, "ein neu­es Fahr­zeug zu bekom­men". Nach die­sen Fest­stel­lun­gen hat­te der Ange­klag­te die wie­der­hol­te Bege­hung gleich­ge­la­ger­ter Betrug­s­ta­ten geplant, was für die Annah­me von Gewerbs­mä­ßig­keit spre­chen kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2018 – 2 StR 291/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 19.09.2017 – 1 StR 72/​17, NStZ-RR 2018, 50, 52 mwN; Beschluss vom 24.04.2013 – 5 StR 135/​13, NStZ 2013, 549, 550 mwN; OLG Stutt­gart, Urteil vom 10.06.2002 ? 1 Ss 185/​02, NStZ 2003, 40, 41 []