Gewerbs­mä­ßig­keit – und trotz­dem kein beson­ders schwe­rer Fall?

Im Rah­men der vor­zu­neh­men­den Gesamt­wür­di­gung, ob bei Vor­lie­gen eines Regel­bei­spiels die Indi­zwir­kung für die Annah­me eines beson­ders schwe­ren Fal­les ent­fal­len kann, hat der Tatrich­ter zwar grund­sätz­lich alle für und gegen den Ange­klag­ten spre­chen­den Umstän­de zu berück­sich­ti­gen, doch kann ent­spre­chend dem Rechts­ge­dan­ken des § 46 Abs. 3 StGB die Gewerbs­mä­ßig­keit des Han­delns, die als Regel­bei­spiel zur Prü­fung des § 29 Abs. 3 BtMG führt, nicht als Umstand in die anzu­stel­len­de Gesamt­wür­di­gung ein­be­zo­gen wer­den.

Gewerbs­mä­ßig­keit – und trotz­dem kein beson­ders schwe­rer Fall?

Ein sol­ches Vor­ge­hen lässt besor­gen, die Straf­kam­mer könn­te das gewerbs­mä­ßi­ge Han­deln zu Las­ten des Ange­klag­ten dop­pelt ver­wer­tet haben 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Mai 2015 – 2 StR 23/​15

  1. vgl. BGH, NStZ-RR 2015, 77[]