Gra­s­im­port – und die Täter­schaft des Emp­fän­gers

Als Täter der Betäu­bungs­mit­tel­ein­fuhr kommt nicht nur der­je­ni­ge in Betracht, der das Rausch­gift eigen­hän­dig ins Inland ver­bringt.

Gra­s­im­port – und die Täter­schaft des Emp­fän­gers

Viel­mehr kön­nen Täter auch Tat­be­tei­lig­te sein, die die Betäu­bungs­mit­tel nicht selbst nach Deutsch­land trans­por­tie­ren, wenn sie einen Tat­bei­trag erbrin­gen, der sich bei wer­ten­der Betrach­tung nicht bloß als För­de­rung frem­den Tuns, son­dern als Teil der zur Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung füh­ren­den Tätig­keit aller Mit­wir­ken­den dar­stellt, und der die Tat­hand­lun­gen der ande­ren als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils erschei­nen lässt1.

Wesent­li­che Anhalts­punk­te für die Täter­schaft sind dabei der Grad des Tat­in­ter­es­ses, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung, die Tat­herr­schaft und der Wil­le dazu, die in die wer­ten­de Gesamt­be­trach­tung ein­zu­be­zie­hen sind2.

Die Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln ist erst dann been­det, wenn das ein­ge­führ­te Rausch­gift im Inland in Sicher­heit gebracht und damit zur Ruhe gekom­men ist oder die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den nach Voll­endung der Ein­fuhr die Tat auf­de­cken und ver­hin­dern, dass das Rausch­gift sei­nem geplan­ten Ver­wen­dungs­zweck zuge­führt wird3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juli 2016 – 3 StR 195/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 22.07.1992 – 3 StR 35/​92, BGHSt 38, 315, 319 mwN []
  2. st. Rspr.; BGH, Beschluss vom 11.07.1991 – 1 StR 357/​91, BGHSt 38, 32, 33 mwN []
  3. BGH, Urtei­le vom 24.06.1952 – 1 StR 316/​51, BGHSt 3, 40, 44; vom 24.10.1989 – 5 StR 314/​89, NStZ 1990, 39 []