Haft­grund Flucht­ge­fahr – und die Straf­er­war­tung im nicht bewäh­rungs­fä­hi­gen Bereich

Die Straf­er­war­tung kann im All­ge­mei­nen allein die Flucht­ge­fahr nicht begrün­den.

Haft­grund Flucht­ge­fahr – und die Straf­er­war­tung im nicht bewäh­rungs­fä­hi­gen Bereich

Sie ist nur Aus­gangs­punkt für die Erwä­gung, ob der in ihr lie­gen­de Anreiz zur Flucht auch unter Berück­sich­ti­gung aller sons­ti­gen Umstän­de so erheb­lich ist, dass die Annah­me gerecht­fer­tigt ist, der Beschul­dig­te wer­de ihm wahr­schein­lich nach­ge­ben und flüch­tig wer­den.

Je höher die Straf­er­war­tung ist, des­to weni­ger Gewicht ist aber auf wei­te­re Umstän­de zu legen 1.

Im Übri­gen müs­sen die die Flucht­ge­fahr begrün­den­den Tat­sa­chen nicht zur vol­len Über­zeu­gung des Gerichts fest­ste­hen; inso­weit genügt viel­mehr der­sel­be Wahr­schein­lich­keits­grad wie bei der Annah­me des drin­gen­den Tat­ver­dachts 2.

Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg, Beschluss vom 7. Janu­ar 2016 – – 1 Ws 700/​15

  1. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt § 112 Rn. 24[]
  2. vgl. zuletzt OLG Bam­berg, Beschluss vom 17.12.2015 – 1 Ws 673/​15; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt § 112 Rn. 22 m. w. N.[]