Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln – und die ein­zel­nen Geschäf­te

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist Han­del­trei­ben im Sin­ne des § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG jede eigen­nüt­zi­ge auf den Umsatz von Betäu­bungs­mit­teln gerich­te­te Tätig­keit [1]. Über­schnei­den sich ver­schie­de­ne Rausch­gift­ge­schäf­te in einem Hand­lungs­teil, so fin­det eine Ver­bin­dung zur Tat­ein­heit statt [2].

Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln – und die ein­zel­nen Geschäf­te

Dies ist aber nur der Fall, wenn tat­be­stand­li­che Hand­lun­gen tat­säch­lich zusam­men­tref­fen, nicht wenn allei­ne die Absicht besteht, künf­tig Aus­füh­rungs­hand­lun­gen vor­zu­neh­men, die bei­de Geschäf­te gemein­sam betref­fen [3].

So lag es auch in dem hier vom Bun­des­ge­richs­hof ent­schie­de­nen Fall: Der Kauf­preis für die ers­te Hero­in­lie­fe­rung soll­te zwar nach der Vor­stel­lung des Ange­klag­ten zusam­men mit dem­je­ni­gen für den Ver­kauf der zwei­ten Dro­gen­men­ge an die Lie­fe­ran­ten bezahlt wer­den. Dazu ist es aber wegen der Sicher­stel­lung des Rausch­gifts nicht gekom­men. Das Land­ge­richt hat auch kei­ne kon­kre­ten Ver­ein­ba­run­gen des Ange­klag­ten mit den Hero­in­lie­fe­ran­ten fest­ge­stellt, die bei­de Dro­gen­ge­schäf­te zugleich betrof­fen hät­ten. Dar­in unter­schei­det sich der vor­lie­gen­de Fall von dem­je­ni­gen, den der Bun­des­ge­richts­hof durch Beschluss vom 23.06.1993 [4] ent­schie­den hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Febru­ar 2015 – 2 StR 349/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 26.10.2005 – GSSt 1/​05, BGHSt 50, 252, 256[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 31.07.2013 – 4 StR 253/​13 m.w.N.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 23.05.2007 – 2 StR 569/​06, NStZ 2008, 42, 43 m.w.N.[]
  4. BGH, Beschluss vom 23.06.1993 – 2 StR 47/​93, BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 3 Kon­kur­ren­zen 5[]