Han­del­trei­ben oder gewerbs­mä­ßi­ge Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln?

Das uner­laub­te (gewerbs­mä­ßi­ge) Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln nach § 29 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BtMG kann nicht in Tat­ein­heit mit uner­laub­ter gewerbs­mä­ßi­ger Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln nach § 29a Abs. 1 Nr. 1, § 30 Abs. 1 Nr. 2 BtMG ver­wirk­licht wer­den.

Han­del­trei­ben oder gewerbs­mä­ßi­ge Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln?

Der Grund­tat­be­stand des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln gemäß § 29 BtMG tritt ein­schließ­lich der in § 29 Abs. 3 BtMG ent­hal­te­nen Zumes­sungs­re­geln hin­ter einem der in §§ 29a, 30 und 30a BtMG auf­ge­führ­ten Ver­bre­chens­tat­be­stän­de, hier des § 29a Abs. 1, § 30 BtMG, zurück.

Die Erfül­lung des Regel­bei­spiels der Gewerbs­mä­ßig­keit im Sin­ne des § 29 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 BtMG behält aber für die Straf­be­mes­sung inner­halb des in dem Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand vor­ge­se­he­nen Straf­rah­mens Bedeu­tung 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. April 2019 – 1 StR 21/​19

  1. vgl. BGH, Urteil vom 26.10.2015 – 1 StR 317/​15, BGHR BtMG § 30 Abs. 1 Nr. 2 Kon­kur­ren­zen 3; Beschlüs­se vom 17.09.1993 – 4 StR 509/​93, NStZ 1994, 39; und vom 21.12 1995 – 1 StR 697/​95, StV 1996, 267; Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 9. Aufl., § 30 Rn. 81 mwN[]