Han­del­trei­ben – und die ein­zel­nen Ver­käu­fe

Der Zwei­fels­satz gebie­tet es nicht, kon­kret fest­ge­stell­te Ein­zel­ab­ga­ben von Betäu­bungs­mit­teln zur Tat­ein­heit zusam­men­zu­fas­sen, nur weil die nicht näher kon­kre­ti­sier­te Mög­lich­keit besteht, dass die zugrun­de­lie­gen­den Ein­zel­men­gen ganz oder teil­wei­se aus einem – als Gesamt­men­ge zum Han­del­trei­ben ange­schaff­ten – Ver­kaufs­vor­rat stam­men könn­ten.

Han­del­trei­ben – und die ein­zel­nen Ver­käu­fe

Zwar liegt es hier nicht fern, dass ein­zel­ne der der Abur­tei­lung zugrun­de geleg­ten Abga­be- bzw. Ver­kaufs­men­gen aus einem grö­ße­ren Vor­rat stamm­ten und von dem Ange­klag­ten als Gesamt­men­ge erwor­ben wur­den. Es feh­len im hier ent­schie­de­nen Fall nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs aber aus­rei­chen­de Anhalts­punk­te, die es recht­fer­ti­gen könn­ten, bestimm­te Ver­käu­fe einer von dem Ange­klag­ten erwor­be­nen Gesamt­men­ge im Sin­ne einer Bewer­tungs­ein­heit zuzu­ord­nen. Auch tat­säch­li­che Grund­la­gen für eine trag­fä­hi­ge Schät­zung, wel­che und wie vie­le der jeweils abge­ge­be­nen Men­gen aus einem Erwerbs­vor­gang stamm­ten, feh­len [1].

Es käme somit ledig­lich eine will­kür­li­che Zusam­men­fas­sung in Betracht, die recht­lich nicht zuläs­sig ist [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. April 2015 – 3 StR 61/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.03.2002 – 3 StR 491/​01, NJW 2002, 1810, 1811[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.08.1996 – 3 StR 69/​96, BGHR BtMG § 29 Bewer­tungs­ein­heit 8; vom 04.09.1996 – 3 StR 335/​96, StV 1997, 20, 21; vom 29.05.2012 – 1 StR 178/​12, NStZ-RR 2012, 280, 281; Urteil vom 16.11.2005 – 2 StR 296/​05, NStZ-RR 2006, 55[]