Haupt­ver­hand­lung – und die Unter­bre­chungs­frist

Bei der Berech­nung der Frist des § 229 Abs. 1 StPO sind weder der Tag, an dem die Unter­bre­chung ange­ord­net wird, noch der­je­ni­ge, an dem die Ver­hand­lung wie­der auf­ge­nom­men wird, in die Frist ein­zu­be­rech­nen1.

Haupt­ver­hand­lung – und die Unter­bre­chungs­frist

Ist der Ange­klag­te an die­sem Tag erkrankt und konn­te des­halb an der Haupt­ver­hand­lung nicht teil­neh­men, und hat­te die Haupt­ver­hand­lung zudem schon bereits an min­des­tens zehn Tagen statt­ge­fun­den, ist der Lauf der Frist zudem wäh­rend der Dau­er der Ver­hin­de­rung des Ange­klag­ten nach § 229 Abs. 3 Satz 1 StPO gehemmt. Die zuläs­si­ge Unter­bre­chung ende­te gemäß § 229 Abs. 3 Satz 1 Halb­satz 2 StPO frü­hes­tens zehn Tage nach Ablauf der Hem­mung.

Dass das Gericht ent­ge­gen § 229 Abs. 3 Satz 2 StPO den Beginn und das Ende der Hem­mung nicht durch Beschluss fest­ge­stellt hat, steht dem nicht ent­ge­gen. Die Hem­mung tritt kraft Geset­zes ein2. Zu einer wei­te­ren frei­be­weis­li­chen Klä­rung der Fra­ge, ob und wie lan­ge der Ange­klag­te erkrankt war (hier­zu näher Gmel, in KK, 7. Aufl., § 229 Rn. 15), bestand im hier ent­schie­de­nen Fall für den Bun­des­ge­richts­hof ange­sichts der aus­sa­ge­kräf­ti­gen Bestä­ti­gung durch die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt über die Erkran­kung des inhaf­tier­ten Ange­klag­ten kein Anlass.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Febru­ar 2016 – 1 StR 590/​15

  1. BGH, Beschluss vom 20.03.2014 – 3 StR 408/​13, NStZ 2014, 469 mwN []
  2. BGH, Urteil vom 12.08.1992 – 5 StR 234/​92, NStZ 1992, 550, 551 []