Heim­tü­cke – und der zunächst nur bestehen­de Kör­per­ver­let­zungs­vor­satz

Heim­tü­ckisch han­delt, wer in feind­li­cher Wil­lens­rich­tung die Arg- und Wehr­lo­sig­keit des Tat­op­fers bewusst zur Tötung aus­nutzt.

Heim­tü­cke – und der zunächst nur bestehen­de Kör­per­ver­let­zungs­vor­satz

Wesent­lich ist, dass der Mör­der sein Opfer, das kei­nen Angriff erwar­tet, also arg­los ist, in einer hilf­lo­sen Lage über­rascht und dadurch dar­an hin­dert, dem Anschlag auf sein Leben zu begeg­nen oder ihn wenigs­tens zu erschwe­ren 1.

Das Opfer muss gera­de auf­grund sei­ner Arg­lo­sig­keit wehr­los sein 2.

Aller­dings kann nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs das Opfer auch dann arg­los sein, wenn der Täter ihm zwar offen feind­se­lig ent­ge­gen­tritt, die Zeit­span­ne zwi­schen dem Erken­nen der Gefahr und dem unmit­tel­ba­ren Angriff aber so kurz ist, dass kei­ne Mög­lich­keit bleibt, dem Angriff irgend­wie zu begeg­nen 3. Maß­ge­bend für die Beur­tei­lung ist die Lage bei Beginn des ers­ten mit Tötungs­vor­satz geführ­ten Angriffs.

Aller­dings kann nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs das Opfer auch dann arg­los sein, wenn der Täter ihm zwar offen feind­se­lig ent­ge­gen­tritt, die Zeit­span­ne zwi­schen dem Erken­nen der Gefahr und dem unmit­tel­ba­ren Angriff aber so kurz ist, dass kei­ne Mög­lich­keit bleibt, dem Angriff irgend­wie zu begeg­nen 3. Maß­ge­bend für die Beur­tei­lung ist die Lage bei Beginn des ers­ten mit Tötungs­vor­satz geführ­ten Angriffs.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Novem­ber 2015 – 1 StR 349/​15

  1. BGH, Urtei­le vom 20.10.1993 – 5 StR 473/​93, BGHSt 39, 353, 368; und vom 26.11.1986 – 3 StR 372/​86, BGHR StGB § 211 Abs. 2 Heim­tü­cke 2 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 04.07.1984 – 3 StR 199/​84, BGHSt 32, 382, 384[]
  3. BGH, Urtei­le vom 09.12 1986 – 1 StR 596/​86, BGHR StGB § 211 Abs. 2 Heim­tü­cke 3; und vom 04.06.1991 – 5 StR 122/​91, BGHR StGB § 211 Abs. 2 Heim­tü­cke 15[][]