Heim­tü­cke – und die laten­te Angst des Opfers

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs steht eine auf frü­he­ren Aggres­sio­nen und einer feind­se­li­gen Atmo­sphä­re beru­hen­de laten­te Angst des Opfers der Annah­me von Arg­lo­sig­keit nicht ent­ge­gen; es kommt viel­mehr dar­auf an, ob das Opfer gera­de im Tat­zeit­punkt mit Angrif­fen auf sein Leben gerech­net hat [1].

Heim­tü­cke – und die laten­te Angst des Opfers

Fer­ner kann bei einem zunächst in Kör­per­ver­let­zungs­ab­sicht geführ­ten Angriff Arg­lo­sig­keit bejaht wer­den, wenn der ursprüng­li­che Ver­let­zungs­wil­le des Täters so schnell in einen Tötungs­vor­satz umschlägt, dass der Über­ra­schungs­ef­fekt bei Beginn der eigent­li­chen Tötungs­hand­lung noch andau­ert [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Novem­ber 2015 – 5 StR 259/​15

  1. vgl. etwa BGH, Urtei­le vom 20.10.1993 – 5 StR 473/​93, BGHSt 39, 353, 368 f.; vom 23.08.2000 – 3 StR 234/​00, NStZ-RR 2001, 14; vom 09.09.2003 – 5 StR 126/​03, NStZ-RR 2004, 14, 15 f.; vom 30.08.2012 – 4 StR 84/​12, NStZ 2013, 337, 338[]
  2. st. Rspr., vgl. etwa BGH, Urteil vom 27.06.2006 – 1 StR 113/​06, NStZ 2006, 502, 503 mwN[]