Her­stel­lung jugend­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten – und ihre Verbreitung

Die Tat­be­stands­va­ri­an­te der Her­stel­lung jugend­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten (§ 184c Abs. 1 Nr. 3 StGB) tritt nicht im Wege der Geset­zes­kon­kur­renz hin­ter die der Ver­brei­tung (§ 184c Abs. 1 Nr. 1 StGB) zurück [1].

Her­stel­lung jugend­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten – und ihre Verbreitung

Anders als die Tat­be­stän­de der Her­stel­lung por­no­gra­phi­scher (§ 184 Abs. 1 Nr. 8 StGB) und gewalt- oder tier­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten (§ 184a Nr. 2 StGB) setzt die Her­stel­lung jugend­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten die Absicht spä­te­rer Ver­wen­dung nicht vor­aus, wes­halb – im Gegen­satz zu § 184 Abs. 1 Nr. 8 und § 184a Nr. 2 StGB [2] – der Unrechts­ge­halt der Her­stel­lung in der spä­te­ren Ver­brei­tung nicht ent­hal­ten ist.

Dabei konn­te es für den Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall offen­blei­ben, ob die Her­stel­lung und spä­te­re – hier nicht ange­klag­te Ver­brei­tung eine Tat im pro­zes­sua­len Sin­ne dar­stel­len. Denn eine unter­blie­be­ne Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten auch wegen Ver­brei­tens jugend­por­no­gra­phi­scher Schrif­ten (§ 184c Abs. 1 Nr. 1 StGB) beschwert die­sen jeden­falls nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Sep­tem­ber 2020 – 3 StR 280/​20

  1. aA Münch­Komm-StGB/­Hörn­le, 3. Aufl., § 184c Rn. 24, § 184b Rn. 55, § 184a Rn. 15[]
  2. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 04.08.2009 – 3 StR 174/​09 26; zu § 86 StGB, der in der Tat­be­stands­va­ri­an­te der Her­stel­lung eben­falls eine Ver­wen­dungs­ab­sicht vor­aus­setzt vgl. BGH, Beschluss vom 03.11.1980 – 3 StR 379/​80 7[]

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