"Hur­ra, Hur­ra ein Nig­ger brennt"

Das Abspie­len des Lie­des "Hur­ra, Hur­ra ein Nig­ger brennt" erfüllt den Straf­tat­be­stand der Volks­ver­het­zung

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Zwar wird durch das Abspie­len nicht des­halb der Tat­be­stand der Volks­ver­het­zung gemäß § 130 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b) StGB ver­wirk­licht, weil in dem Text des Lie­des zu Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men gegen Dun­kel­häu­ti­ge auf­ge­for­dert wer­de.

Das Auf­for­dern zu Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men erfor­dert ein über blo­ßes Befür­wor­ten hin­aus­ge­hen­des, aus­drück­li­ches Ein­wir­ken auf ande­re mit dem Ziel, in ihnen den Ent­schluss zu dis­kri­mi­nie­ren­den Hand­lun­gen her­vor­zu­ru­fen, die ele­men­ta­ren Gebo­ten der Mensch­lich­keit wider­spre­chen 1.

Allein das Gut­hei­ßen von Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men stellt noch kei­ne Auf­for­de­rung hier­zu dar 2.

Soweit im Text des Lie­des das Ver­bren­nen von Men­schen dunk­ler Haut­far­be durch Ange­hö­ri­ge des Ku-Klux-Klans gut­ge­hei­ßen und beju­belt wird, man­gelt es die­sen Aus­sa­gen an dem erfor­der­li­chen appel­la­ti­ven Cha­rak­ter.

Aller­dings erfüllt das Abspie­len durch die Bezeich­nung als "Nig­ger", "Bas­tard" und "Sau" den Tat­be­stand des bös­wil­li­ge Ver­ächt­lich­ma­chen von dun­kel­häu­ti­gen Men­schen gemäß § 130 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. c) StGB.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juli 2017 – 3 StR 437/​16

  1. BGH, Urteil vom 03.04.2008 – 3 StR 394/​07, BGHR StGB § 130 Nr. 1 Auf­for­dern 1[]
  2. BGH, Urteil vom 14.03.1984 – 3 StR 36/​84, BGHSt 32, 310, 311 zum inhalts­glei­chen Begriff des § 111 StGB[]