Iden­ti­fi­zie­rung eines Täters mit­tels Über­wa­chungs­ka­me­ra – und die Urteils­grün­de

Stützt der Tatrich­ter nach dem Grund­satz der frei­en rich­ter­li­chen Beweis­wür­di­gung sei­ne Über­zeu­gung auf die Iden­ti­fi­zie­rung einer abge­bil­de­ten Per­son auf dem Licht­bild einer Über­wa­chungs­ka­me­ra, müs­sen sich die Urteils­grün­de dazu ver­hal­ten, ob das Licht­bild über­haupt geeig­net ist, die Iden­ti­fi­zie­rung einer Per­son zu ermög­li­chen.

Iden­ti­fi­zie­rung eines Täters mit­tels Über­wa­chungs­ka­me­ra – und die Urteils­grün­de

Dies kann dadurch gesche­hen, dass im Urteil gemäß § 267 Abs. 1 Satz 3 StPO auf das bei den Akten befind­li­che Foto ver­wie­sen wird.

Macht der Tatrich­ter von der Mög­lich­keit einer sol­chen Ver­wei­sung, durch wel­che das Licht­bild selbst Bestand­teil der Urteils­grün­de wird, kei­nen Gebrauch, muss das Urteil Aus­füh­run­gen zur Bild­qua­li­tät, ins­be­son­de­re zur Bild­schär­fe, ent­hal­ten und die abge­bil­de­te Per­son oder jeden­falls meh­re­re Iden­ti­fi­zie­rungs­merk­ma­le so prä­zi­se beschrei­ben, dass anhand der Beschrei­bung in glei­cher Wei­se wie bei Betrach­tung des Fotos die Prü­fung der Ergie­big­keit des Fotos ermög­licht wird 1.

Ent­spre­chen­de Anga­ben las­sen Urteils­grün­de, die sich dar­auf beschrän­ken, die fest­ge­stell­te Über­ein­stim­mung des halb­sei­ti­gen Pro­fils der lin­ken Kopf­sei­te der abge­bil­de­ten Per­son mit der ent­spre­chen­den Kopf­par­tie des Ange­klag­ten mit­zu­tei­len, in Gän­ze ver­mis­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Febru­ar 2018 – 4 StR 376/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 19.12 1995 – 4 StR 170/​95, BGHSt 41, 376, 382 ff.; San­der in Löwe/​Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 261 Rn. 101 mwN; Seitz/​Bauer in Göh­ler, OWiG, 17. Aufl., § 71 Rn. 47a[]