Intel­li­genz­min­de­rung bis zum Schwach­sinn

Eine Intel­li­genz­min­de­rung ohne nach­weis­ba­ren Organ­be­fund kann dem Ein­gangs­merk­mal des "Schwach­sinns" unter­fal­len und damit eine beson­de­re Erschei­nungs­form schwe­rer ande­rer see­li­scher Abar­tig­kei­ten dar­stel­len 1, die zu einer erheb­lich ver­min­der­ten oder sogar auf­ge­ho­be­nen Schuld­fä­hig­keit füh­ren kann.

Intel­li­genz­min­de­rung bis zum Schwach­sinn

Die blo­ße Min­de­rung der geis­ti­gen Leis­tungs­fä­hig­keit begrün­det eine sol­che Beein­träch­ti­gung aber nicht 2.

Erfor­der­lich sind hier­bei neben einer umfas­sen­den Wür­di­gung der Per­sön­lich­keit des Beschul­dig­ten 3 regel­mä­ßig Fest­stel­lun­gen dazu, wel­chen Ein­fluss die Intel­li­genz­min­de­rung auf die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten des Beschul­dig­ten in der kon­kre­ten Tat­si­tua­ti­on hat­te 4.

Fer­ner ist zu erör­tern, in wel­chem Zusam­men­hang die Intel­li­genz­min­de­rung mit den beim Beschul­dig­ten ange­nom­me­nen Ver­hal­tens­stö­run­gen steht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Mai 2017 – 1 StR 55/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 19.11.2014 – 4 StR 497/​14, Rn. 15, NStZ-RR 2015, 71[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 31.08.1994 – 2 StR 366/​94, BGHR StGB § 63 Zustand 17; Beschlüs­se vom 22.08.2012 – 4 StR 308/​12, Rn. 9; und vom 10.09.2013 – 4 StR 287/​13, Rn. 8[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 05.07.2011 – 3 StR 173/​11, NStZ 2012, 209 mwN[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 22.04.2015 – 2 StR 393/​14, NStZ-RR 2015, 306[]