Jugend­ar­rest – und das Abse­hen von sei­ner Voll­stre­ckung

Nach § 52 JGG in Ver­bin­dung mit § 109 Abs. 2 Satz 1 JGG kann der Rich­ter, wenn auf Jugend­ar­rest erkannt wird und des­sen Zweck durch Unter­su­chungs­haft oder eine ande­re wegen der Tat erlit­te­ne Frei­heits­ent­zie­hung ganz oder teil­wei­se erreicht ist, im Urteil aus­spre­chen, dass oder inwie­weit der Jugend­ar­rest nicht voll­streckt wird.

Jugend­ar­rest – und das Abse­hen von sei­ner Voll­stre­ckung

Soweit der erzie­he­ri­sche Zweck des Jugend­ar­rests durch die Frei­heits­ent­zie­hung bereits ein­ge­tre­ten ist, bedarf es kei­ner Voll­stre­ckung mehr 1.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Da ange­sichts der Dau­er des von der vor­läu­fi­gen Fest­nah­me am 5.01.2017 bis zur Ent­las­sung aus der Unter­su­chungs­haft am 4.07.2017 erlit­te­nen Frei­heits­ent­zugs von nahe­zu sechs Mona­ten eine Zweck­er­rei­chung im Sin­ne des § 52 JGG jeden­falls nicht fern­liegt, wäre die Jugend­kam­mer aus Grün­den sach­li­chen Rechts gehal­ten gewe­sen, die Mög­lich­keit eines Abse­hens von der Voll­stre­ckung des ver­häng­ten Dau­er­ar­rests in den schrift­li­chen Urteils­grün­den zu erör­tern 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Juli 2018 – 4 StR 603/​17

  1. vgl. Han­sOLG Ham­burg, JR 1983, 170, 171[]
  2. vgl. Schatz in Diemer/​Schatz/​Sonnen, JGG, 7. Aufl., § 52 Rn. 18; Scha­dy in Osten­dorf, JGG, 10. Aufl., § 52 Rn. 12; Blessing/​Weik in Meier/​Rössner/​Trüg/​Wulf, JGG, 2. Aufl., § 52 Rn. 8; vgl. auch BGH, Urteil vom 09.12 1952 – 1 StR 518/​52, BGHSt 3, 327, 330 zu § 60 StGB aF[]