Jugend­ar­rest­voll­zug in Nord­rhein-West­fa­len

Die nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf zur Rege­lung des Jugend­ar­rest­voll­zu­ges in Nord­rhein-West­fa­len vor­ge­legt. Der Jugend­ar­rest­voll­zug ist bis­her gesetz­lich nur unzu­rei­chend gere­gelt; nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist jedoch eine gesetz­li­che Grund­la­ge erfor­der­lich, die Nord­rhein-West­fa­len jetzt als ers­tes Bun­des­land schaf­fen will.

Jugend­ar­rest­voll­zug in Nord­rhein-West­fa­len

Das neue Jugend­ar­rest­voll­zugs­ge­setz zielt auf die För­de­rung und Erzie­hung der Jugend­li­chen. Sie sol­len befä­higt wer­den, künf­tig eigen­ver­ant­wort­lich und ohne wei­te­re Straf­ta­ten zu leben. Der Ent­wurf ver­bes­sert die recht­li­che Stel­lung der Jugend­li­chen, schreibt inno­va­ti­ve Stan­dards fest und betont die päd­ago­gi­sche Aus­rich­tung des Arrest­voll­zu­ges. Der Geset­zes­ent­wurf soll zudem der wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis Rech­nung tra­gen, dass eine erzie­he­risch nach­hal­ti­ge Ein­wir­kung auf Jugend­li­che in der Regel Zeit­räu­me von min­des­tens einer Woche erfor­dert. Der Ent­wurf ist des­halb im Wesent­li­chen auf den Dau­er­ar­rest aus­ge­rich­tet.

Die wesent­li­chen Inhal­te der nun vor­ge­se­he­nen gesetz­li­chen Rege­lung sind:

  • Kon­se­quent päd­ago­gi­sche Aus­ge­stal­tung des Arrest­voll­zu­ges,
  • Vor­ga­be indi­vi­du­ell aus­ge­rich­te­ter Bil­dungs- und För­der­maß­nah­men sowie effek­ti­ve Unter­stüt­zung beim Erler­nen von Hand­lungs­al­ter­na­ti­ven,
  • Ach­tung der ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten Per­sön­lich­keits­rech­te der Jugend­li­chen,
  • Aus­rich­tung aller Ange­bo­te auf eigen­ver­ant­wort­lich han­deln­de jun­ge Men­schen, die Rech­te Ande­rer respek­tie­ren und straf­frei leben,
  • indi­vi­du­ell und alters­ge­mäß zuge­schnit­te­ne Frei­zeit­an­ge­bo­te zur Stär­kung vor­han­de­ner Kom­pe­ten­zen und För­de­rung der Gemein­schafts­fä­hig­keit,
  • Benen­nen stän­di­ger Ansprech­part­ner für die Jugend­li­chen,
  • pro­fes­sio­nell orga­ni­sier­tes Über­gangs­ma­nage­ment,
  • Aus­rich­tung am Grund­satz des Gen­der Main­strea­ming sowie
  • Sicher­stel­lung der päd­ago­gi­schen Aus­ge­stal­tung des Arres­tes durch qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal in aus­rei­chen­der Anzahl.