Jugend­stra­fe – und ihre flos­kel­haf­te Bemes­sung

Nach 18 Abs. 2 JGG ist die Jugend­stra­fe so zu bemes­sen, dass die erfor­der­li­che erzie­he­ri­sche Ein­wir­kung mög­lich ist.

Jugend­stra­fe – und ihre flos­kel­haf­te Bemes­sung

Die Urteils­grün­de müs­sen des­halb erken­nen las­sen, inwie­weit dem Erzie­hungs­ge­dan­ken die ihm zukom­men­de Beach­tung geschenkt und bei der Bemes­sung der Jugend­stra­fe das Gewicht des Tat­un­rechts gegen die Fol­ge der Stra­fe für die wei­te­re Ent­wick­lung des Jugendlichen/​Heranwachsenden abge­wo­gen wor­den ist [1].

Hier­an fehlt es, wenn die Begrün­dung wesent­lich oder gar aus­schließ­lich mit sol­chen Zumes­sungs­er­wä­gun­gen vor­ge­nom­men wird, die auch bei Erwach­se­nen in Betracht kom­men [2].

Eine abschlie­ßen­de ledig­lich for­mel­haf­te Erwäh­nung der erzie­he­ri­schen Erfor­der­lich­keit der ver­häng­ten Jugend­stra­fe genügt den Erfor­der­nis­sen des § 18 Abs. 2 JGG nicht [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Juni 2016 – 1 StR 72/​16

  1. dazu BGH, Urteil vom 19.02.2014 – 2 StR 413/​13, NStZ 2014, 407; Beschlüs­se vom 28.02.2012 – 3 StR 15/​12, NStZ-RR 2012, 186 mwN; vom 17.07.2012 – 3 StR 238/​12; und vom 08.01.2015 – 3 StR 581/​14, NStZ-RR 2015, 154[]
  2. BGH, Beschluss vom 14.07.1994 – 4 StR 367/​94[]
  3. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 17.07.2012 – 3 StR 238/​12; und vom 08.01.2015 – 3 StR 581/​14, NStZ-RR 2015, 154[]