Karls­ru­he – und die trotz Coro­na ver­wei­ger­te Ter­mins­ver­le­gung

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de (und auch ein damit ver­bun­de­ner Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung) gegen eine ver­wei­ger­te Ter­mins­ver­le­gung, mit der eine Ver­let­zung des Grund­sat­zes des fai­ren Ver­fah­rens und der Öffent­lich­keit der Haupt­ver­hand­lung gel­tend gemacht wird, ist wegen Ver­sto­ßes gegen den Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät unzu­läs­sig,

Karls­ru­he – und die trotz Coro­na ver­wei­ger­te Ter­mins­ver­le­gung

Dies gilt auch, wenn die Ter­mins­ver­le­gung wegen der Gefahr einer Infek­ti­on mit dem Coro­na-Virus begehrt wird. Inso­weit ist der Beschwer­de­füh­rer auf das fach­ge­richt­li­che Ver­fah­ren zu ver­wei­sen; eine Über­prü­fung der Ter­mins­la­dung als gericht­li­che Zwi­schen­ent­schei­dung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kommt nicht in Betracht 1.

Soweit der Beschwer­de­füh­rer sich mit der Rüge, ihm dro­he im Rah­men der Haupt­ver­hand­lung eine gegen Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG ver­sto­ßen­de Gesund­heits­ge­fahr durch die Infek­ti­on mit dem Coro­na-Virus, gegen die Ter­mins­la­dung wen­det, steht dem der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät zwar nicht ent­ge­gen, weil die behaup­te­ten Gesund­heits­ge­fah­ren im Wege des nach­ge­la­ger­ten fach­ge­richt­li­chen Rechts­schut­zes nicht mehr beho­ben wer­den könn­ten 2.

In einem sol­chen Fall muss sich die Antrags­schrift jedoch, um den Begrün­dungs­er­for­der­nis­sen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genü­gen, in tat­säch­li­cher wie in recht­li­cher Hin­sicht mit der Viel­zahl der vom Land­ge­richt ange­bo­te­nen Schutz­vor­keh­run­gen aus­ein­an­der set­zen 3. Die ohne hin­rei­chen­den Beleg ledig­lich pau­schal erho­be­ne Behaup­tung, nur ein "abso­lu­tes Kon­takt­ver­bot" kön­ne eine Infek­ti­on ver­hin­dern, reicht nicht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. März 2020 – 2 BvR 483/​20

  1. vgl. BVerfGE 21, 139, 143; BVerfG, Beschluss vom 22.11.2001 – 2 BvQ 46/​01, Rn. 3[]
  2. vgl. BVerfGE 51, 324, 342 f.[]
  3. vgl. BVerfGE 105, 252, 264; BVerfGK 14, 402, 417[]