Kin­der­por­no­gra­phie – und die Ein­zie­hung von Han­dy und Lap­top

Gemäß § 74b Abs. 2 StGB ist in Fäl­len der Ein­zie­hung nach §§ 74, 74a StGB zwin­gend [1] zu prü­fen, ob unter Anord­nung des Vor­be­halts der Ein­zie­hung eine weni­ger ein­schnei­den­de Maß­nah­me hät­te getrof­fen wer­den kön­nen, durch die der Zweck der Ein­zie­hung glei­cher­ma­ßen hät­te erreicht wer­den kön­nen.

Kin­der­por­no­gra­phie – und die Ein­zie­hung von Han­dy und Lap­top

Da eine Rück­ga­be der Gerä­te bzw. Spei­cher­me­di­en mit den betref­fen­den Bild­da­tei­en an den Ange­klag­ten nicht in Betracht kommt, hät­te das Land­ge­richt prü­fen müs­sen, wel­che Datei­en auf den Gerä­ten die ent­spre­chen­den Auf­nah­men ent­hal­ten und ob deren Löschung tech­nisch in einer Wei­se mög­lich ist, die ihre Wie­der­her­stel­lung dau­er­haft ver­hin­dert.

Stün­de damit ein mil­de­res, im Ver­gleich zur sonst gebo­te­nen Ein­zie­hung glei­cher­ma­ßen geeig­ne­tes Mit­tel zur Ver­fü­gung, ist letz­te­re vor­zu­be­hal­ten und eine ent­spre­chen­de Anord­nung zu tref­fen [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2016 – 4 StR 192/​16

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.06.2014 – 4 StR 128/​14, NStZ-RR 2014, 274; und vom 28.08.2012 – 4 StR 278/​12, BGHR StGB § 74b Abs. 2 Ein­zie­hung 1[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.06.2014 aaO[]