Kin­des­miss­brauch – und die Fra­ge des im Zeit­ab­lauf abneh­men­den Straf­be­dürf­nis­ses

Der 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs will an sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung zur (Nicht-)Berücksichtigung des zeit­li­chen Abstan­des zwi­schen Tat und Ver­ur­tei­lung bei Taten des sexu­el­len Miß­brauchs eines Kin­des fest­hal­ten und wider­spricht der vom 03. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs in an einem Anfra­ge­be­schluss 1 geäu­ßer­ten gegen­läu­fi­gen Ansicht.

Kin­des­miss­brauch – und die Fra­ge des im Zeit­ab­lauf abneh­men­den Straf­be­dürf­nis­ses

Dem Anfra­ge­be­schluss des 3. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs liegt ein Ver­fah­ren wegen sexu­el­len Miß­brauchs eines Kin­des zugrun­de. Der 3. Straf­se­nat möch­te das land­ge­richt­li­che Urteil im gesam­ten Straf­aus­spruch auf­he­ben. Anlass hier­zu gibt ihm die Wer­tung des Land­ge­richts, wonach zwar zuguns­ten des Ange­klag­ten spre­che, dass die Taten inzwi­schen sehr lan­ge zurück lägen, die­ser Umstand jedoch nicht in glei­cher Wei­se wie bei ande­ren Straf­ta­ten berück­sich­tigt wer­den kön­ne, da der sexu­el­le Kin­des­miss­brauch im fami­liä­ren Umfeld gesche­hen und die spä­te Anzei­ge der Tat hier­durch mit­be­dingt gewe­sen sei, so dass die gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tung des § 78b StGB tan­giert wer­de. Der anfra­gen­de 3. Straf­se­nat sieht hier­in eine sach­lich nicht gerecht­fer­tig­te Ver­mi­schung von Gesichts­punk­ten der Straf­zu­mes­sung mit sol­chen der Ver­jäh­rung. Er beab­sich­tigt daher zu ent­schei­den: "Dem zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat und Urteil kommt im Rah­men der Straf­zu­mes­sung bei Taten des sexu­el­len Miss­brauchs eines Kin­des die glei­che Bedeu­tung zu wie bei ande­ren Straf­ta­ten." Hier­an sieht er sich jedoch durch ent­ge­gen­ste­hen­de Recht­spre­chung des 1. Straf­se­nats 2 gehin­dert.

An die­ser gegen­läu­fi­gen Rechts­an­sicht hält der der 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs, wie er nun bestä­tig­te, grund­sätz­lich fest:

Der 1. Straf­se­nat hat damals aus­ge­führt, dass dem lan­gen zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat und Urteil bei Fäl­len sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs nicht eine gleich hohe Bedeu­tung wie in ande­ren Fäl­len zukom­me. Dies gel­te ins­be­son­de­re in den Fäl­len, in denen ein Kind vom im sel­ben Fami­li­en­ver­band leben­den Vater miss­braucht wer­de und erst im Erwach­se­nen­al­ter die Kraft zu einer Auf­ar­bei­tung des Gesche­hens mit Hil­fe einer Straf­an­zei­ge fin­de. Des­halb habe der Gesetz­ge­ber auch die beson­de­re Ver­jäh­rungs­re­ge­lung in § 78b StGB getrof­fen.

Der 1. Straf­se­nat hat­te sich dabei auf eine frü­he­re Ent­schei­dung des anfra­gen­den 3. Straf­se­nat 3 gestützt. Dem lag eine Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten wegen sexu­el­len Miss­brauchs der Toch­ter zugrun­de. Ein­wän­den gegen die Straf­zu­mes­sung – ins­be­son­de­re unter dem Aspekt der nicht aus­rei­chen­den Berück­sich­ti­gung des lan­gen zeit­li­chen Abstands zwi­schen Tat und Urteil – hat der anfra­gen­de 3. Straf­se­nat damals ent­ge­gen­ge­hal­ten, dass gera­de dem lan­gen zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat und Urteil bei sol­chen Miss­brauchs­fäl­len nur eine ein­ge­schränk­te Bedeu­tung zukom­me. Denn kind­li­che Opfer, ins­be­son­de­re wenn sie vom im glei­chen Fami­li­en­ver­band leben­den eige­nen Vater miss­braucht wer­den, fän­den häu­fig erst im Erwach­se­nen­al­ter die Kraft zu einer Auf­ar­bei­tung des Gesche­hens mit Hil­fe einer Straf­an­zei­ge. Dem ent­spre­che, dass der Gesetz­ge­ber mit der durch das 30. StrÄndG ein­ge­führ­ten Rege­lung des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB das Ruhen der Ver­jäh­rung bei Straf­ta­ten nach §§ 176 bis 179 StGB bis zur Voll­endung des acht­zehn­ten Lebens­jah­res des Opfers ange­ord­net und damit zu erken­nen gege­ben habe, dass er sol­che Delik­te auch noch nach län­ge­rem zeit­li­chen Abstand für ver­fol­gungs­wür­dig erach­tet.

Mit wel­chem Gewicht sich der Zeit­ab­lauf bei Taten des sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern straf­mil­dernd aus­wirkt, kann nicht all­ge­mein, son­dern nur nach Lage des Ein­zel­falls beur­teilt wer­den. Der 1. Straf­se­nat hält dar­an fest, dass das Tat­ge­richt dabei die gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tung des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB berück­sich­ti­gen darf.

Der 1. Straf­se­nat ist mit dem anfra­gen­den 3. Straf­se­nat und der ein­hel­li­gen Recht­spre­chung der Ansicht, dass allein einem beson­ders lan­gen Zeit­raum, der zwi­schen der Tat und dem Urteil liegt – unab­hän­gig von der Dau­er des Straf­ver­fah­rens –, straf­mil­dern­de Wir­kung zukommt 4. Dies gilt grund­sätz­lich für alle Delik­te 5, auch für die Taten des sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern; aus­ge­nom­men sind ledig­lich sol­che Delik­te, bei denen nach der gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung nur das aus der Ver­wirk­li­chung von objek­ti­vem und sub­jek­ti­vem Tat­be­stand abzu­lei­ten­de Tat­un­recht die Ver­hän­gung einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe recht­fer­tigt 6.

Die straf­zu­mes­sungs­theo­re­ti­sche Ver­an­ke­rung die­ses gegen­über der Ver­fah­rens­dau­er unab­hän­gi­gen 7 Straf­zu­mes­sungs­as­pekts ist hin­ge­gen in der Recht­spre­chung nicht ein­deu­tig 8.

Schon in einer Ent­schei­dung des Obers­ten Gerichts­hofs für die Bri­ti­sche Zone 9 wird die lan­ge Zeit­span­ne als Straf­zu­mes­sungs­as­pekt aner­kannt. Als Begrün­dung der straf­mil­dern­den Wir­kung wird dar­auf abge­stellt, dass die Zeit schließ­lich auch schwe­re Wun­den hei­le, und je weni­ger im Lau­fe der Zeit der Scha­den emp­fun­den wer­de, den jemand schuld­haft einem ande­ren zuge­fügt habe, umso gerin­ger wer­de in der Regel das Süh­ne­be­dürf­nis. Die­ser Gedan­ke sei vom Gesetz­ge­ber aner­kannt, wie die Vor­schrif­ten über die Ver­jäh­rung beleg­ten. Konn­te aller­dings die Tat nicht durch deut­sche Gerich­te gesühnt wer­den, wür­den die Ver­let­zun­gen sowohl durch das Opfer als auch durch die All­ge­mein­heit als unver­än­dert schmerz­haft emp­fun­den, ihr Süh­ne­be­dürf­nis bestehe unge­min­dert fort. Des­we­gen müs­se die­se Zeit­span­ne unbe­rück­sich­tigt blei­ben; der gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Aus­schluss der Ver­jäh­rung zei­ge, dass allein dies dem Gesetz ent­spre­che 10.

Die­sen Erwä­gun­gen hat sich der Bun­des­ge­richts­hof ange­schlos­sen 11. Dabei ist für die Fra­ge der gerech­ten Süh­ne trotz Zeit­ab­laufs die Sicht des Geschä­dig­ten gegen­über den Inter­es­sen der All­ge­mein­heit her­vor­ge­ho­ben wor­den. Habe er emp­fin­den müs­sen, dass eine Süh­ne wäh­rend die­ses Zeit­raums unmög­lich war, so kön­ne die hei­len­de Wir­kung des Zeit­ab­laufs nicht ein­tre­ten 12.

In der Fol­ge hat die Recht­spre­chung die straf­mil­dern­de Wir­kung des Zeit­ab­laufs mate­ri­ell mit einem gemin­der­ten Süh­ne­an­spruch 13 bzw. all­ge­mein abneh­men­dem Straf­be­dürf­nis 14 oder abneh­men­dem öffent­li­chen Inter­es­se an der Straf­ver­fol­gung begrün­det 15.

Dane­ben ist aber in zuneh­men­dem Umfang auf durch den Zeit­ab­lauf beein­fluss­te spe­zi­al­prä­ven­ti­ve Aspek­te der Straf­zu­mes­sung zur Begrün­dung der straf­mil­dern­den Wir­kung abge­stellt wor­den. Jeden­falls dann, wenn der Täter sich wäh­rend des lan­gen Zeit­ab­laufs zwi­schen Tat und Urteil straf­frei ver­hal­ten habe, wir­ke dies straf­mil­dernd 16, bzw. erfor­de­re dies eine gestei­ger­te Prü­fung der Wir­kun­gen der Stra­fe für den Täter 17. Auch sons­ti­ge, sich seit den Taten geän­der­te per­sön­li­che Umstän­de sind zur Gewich­tung der straf­mil­dern­den Wir­kung des Zeit­ab­laufs her­an­ge­zo­gen wor­den 18.

Ver­ein­zelt ist der Belas­tung des Ange­klag­ten durch den Zeit­ab­lauf zwi­schen Tat und Abur­tei­lung straf­mil­dern­de Wir­kung zuer­kannt wor­den 19.

Auch in der Lite­ra­tur ist die straf­mil­dern­de Wir­kung des Zeit­ab­laufs zwi­schen Tat und Urteil aner­kannt 20. Soweit Erklä­rungs­an­sät­ze hier­für unter­nom­men wer­den, vari­ie­ren die­se, was auch durch abwei­chen­de straf­zu­mes­sungs­theo­re­ti­sche Fun­da­men­te bedingt ist. So wird dar­auf abge­stellt, dass die Zeit schließ­lich auch schwe­re Wun­den hei­le; mit ihrem Ablauf schwä­che sich auch das Süh­ne­be­dürf­nis ab und wan­del­ten sich die prä­ven­ti­ven Erfor­der­nis­se 21. Es wird auch argu­men­tiert, dass die durch Zeit­ab­lauf ein­ge­tre­te­ne Ent­dra­ma­ti­sie­rung des delik­ti­schen Gesche­hens und eine zwi­schen­zeit­li­che sozia­le Bewäh­rung des Täters als Straf­mil­de­rungs­grün­de in Betracht kom­men 22, der Zeit­ab­lauf den Norm­gel­tungs­scha­den ver­rin­ge­re 23, bzw. der Not­wen­dig­keit der Wie­der­her­stel­lung des Rechts eine gewis­se zeit­li­che Dimen­si­on inne­woh­ne 24 oder dass der Ablauf der Zeit Tat und Täter unter den Aspek­ten von Schuld und Spe­zi­al­prä­ven­ti­on in einem güns­ti­ge­ren Licht erschei­nen las­se, als es bei schnel­ler Ahn­dung der Fall gewe­sen wäre, so etwa bei jah­re­lan­ger ein­wand­frei­er Füh­rung und völ­li­ger Über­win­dung der Fol­gen der Tat durch den Ver­letz­ten 25.

Der 1. Straf­se­nat ist auf dem Boden die­ser dar­ge­stell­ten Recht­spre­chung eben­falls der Ansicht, dass die straf­mil­dern­de Wir­kung des Zeit­ab­laufs bei hier­von unbe­ein­fluss­ter Tat­schuld auf einem all­ge­mein abneh­men­den Straf­be­dürf­nis bzw. einer gemin­der­ten Not­wen­dig­keit von Süh­ne beruht. Dane­ben wird ein lan­ger Zeit­ab­lauf aber auch beson­de­re Prü­fungs­pflich­ten im Hin­blick auf spe­zi­al­prä­ven­tiv wirk­sa­me Umstän­de für die Straf­zu­mes­sung aus­lö­sen.

Im Ergeb­nis ent­spricht dies auch der Sicht­wei­se der dar­ge­stell­ten Stim­men aus der Wis­sen­schaft, ohne dass es einer Aus­ein­an­der­set­zung mit den die unter­schied­li­chen Aus­drucks­for­men bedin­gen­den Straf­zu­mes­sungs­kon­zep­ten bedürf­te. Vor allem aber stimmt die­se Sicht mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben über­ein, wonach die Stra­fe in einem gerech­ten Ver­hält­nis zur Schwe­re der Tat und zum Ver­schul­den des Täters ste­hen muss. Stra­fe hat die Bestim­mung, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein 26. Ihre Zumes­sung wird dem­entspre­chend durch das Maß der Schuld und der Straf­be­dürf­tig­keit begrenzt 27.

Die Aner­ken­nung eines abneh­men­den Straf­be­dürf­nis­ses bzw. eines sich ver­rin­gern­den Süh­ne­an­spruchs in Fol­ge von Zeit­ab­lauf führt aber zu der Not­wen­dig­keit der indi­vi­du­el­len Gewich­tung die­ses Fak­tors in Bezug auf die Bemes­sung der schuld­an­ge­mes­se­nen Stra­fe.

Inwie­weit das Straf­be­dürf­nis abnimmt bzw. sich das Süh­ne­be­dürf­nis ver­rin­gert, und in wel­chem Maße sich dadurch der Zeit­ab­lauf straf­mil­dernd aus­wirkt, obliegt der Wer­tung des Tat­ge­richts. Denn die­se Wer­tung ist Teil der Straf­zu­mes­sung und damit grund­sätz­lich Sache des Tat­ge­richts. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den es in der Haupt­ver­hand­lung von der Tat und der Per­sön­lich­keit des Täters gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und hier­bei gegen­ein­an­der abzu­wä­gen 28. Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts in die­se Ein­zel­ak­te der Straf­zu­mes­sung ist in der Regel nur mög­lich, wenn das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung löst, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein. Nur in die­sem Rah­men kann eine Ver­let­zung des Geset­zes (§ 337 Abs. 1 StPO) vor­lie­gen 29. Dies gilt auch für die Gewich­tung des Zeit­ab­laufs 30.

Der 1. Straf­se­nat hält es nach die­sen Maß­ga­ben für rechts­feh­ler­frei, wenn das Tat­ge­richt unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls für die Bewer­tung der Abnah­me des Straf­be­dürf­nis­ses und der Min­de­rung des Süh­ne­an­spruchs auf die gesetz­ge­be­ri­schen Wer­tun­gen zurück­greift, die in den Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten zum Aus­druck gekom­men sind. Der Ansicht des anfra­gen­den 3. Straf­se­nat 31, dass das Gewicht des Zeit­ab­laufs von der Län­ge der Ver­jäh­rungs­frist nicht beein­flusst wer­den dür­fe, kann der 1. Straf­se­nat nicht tei­len.

Die ent­spre­chen­de Anknüp­fung an die Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten ent­spricht der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung auch jen­seits der Ent­schei­dun­gen des 1. Straf­se­nats vom 08.02.2006 2 und des anfra­gen­den 3. Straf­se­nat vom 10.11.1999 32 zur Fra­ge, wie sich der Zeit­ab­lauf bei Taten des sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern aus­wirkt.

So fin­det sich der Rück­griff auf die in den Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten zum Aus­druck gekom­me­ne Wert­ent­schei­dung bei der Gewich­tung der Wir­kung des Zeit­ab­laufs schon in den oben dar­ge­stell­ten Ent­schei­dun­gen des OGH, auf die der Bun­des­ge­richts­hof aus­drück­lich Bezug genom­men hat. Aber auch in spä­te­ren Ent­schei­dun­gen wur­den die Wer­tun­gen der Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten vom Bun­des­ge­richts­hof ent­spre­chend her­an­ge­zo­gen. So ist ein Zeit­raum zwi­schen Tat und Abur­tei­lung, der fast an das Dop­pel­te der gesetz­li­chen Ver­jäh­rungs­frist her­an­reicht, als in der Regel wesent­li­cher Straf­mil­de­rungs­grund bewer­tet wor­den 33. In einem Fall ist die tatrich­ter­li­che Gewich­tung der Straf­mil­de­rung einer Zeit­span­ne zwi­schen Taten und Urteil des­we­gen für unzu­rei­chend erach­tet wor­den, da der Zeit­ab­lauf an die abso­lu­te Ver­jäh­rung her­an­rei­che 34. Hin­ge­gen ist dem Zeit­ab­lauf zwi­schen Tat und Abur­tei­lung der Cha­rak­ter eines bestim­men­den Straf­zu­mes­sungs­grun­des in dem zu beur­tei­len­den Fall aberkannt wor­den. Das wur­de damit begrün­det, dass das Zeit­mo­ment im kon­kre­ten Fall eines schwe­ren; und vom Gesetz­ge­ber in § 78 Abs. 3 Nr. 1 StGB mit einer 30jährigen Ver­jäh­rungs­frist ver­se­he­nen Kapi­tal­de­likts als Straf­zu­mes­sungs­ge­sichts­punkt in den Hin­ter­grund tre­te 35.

Die Sicht auf die Ver­knüp­fung in dem dar­ge­leg­ten Sin­ne wird auch vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt geteilt, wenn es aus­führt, dass der Gesetz­ge­ber durch die Vor­schrift des § 78 Abs. 2 StGB klar gestellt habe, dass er bei dem Delikt des Mor­des selbst lan­ge, zwi­schen Tat­be­ge­hung und Ver­ur­tei­lung lie­gen­de Zeit­räu­me nicht als schuld­min­dernd bewer­tet wis­sen wol­le und die­se Zeit­span­nen auch das staat­li­che Inter­es­se an der Straf­ver­fol­gung nicht beein­träch­ti­gen 36. In einem Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren hat es bean­stan­det, dass das Ober­lan­des­ge­richt den Zeit­ab­lauf von sie­ben Jah­ren seit der letz­ten Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me nicht zugleich mil­dernd in Rech­nung gestellt habe, denn immer­hin sei damit die Ver­jäh­rungs­frist mit­tel­schwe­rer Straf­ta­ten über­schrit­ten 37.

Die in der dar­ge­stell­ten Recht­spre­chung zum Aus­druck gekom­me­ne Sicht auf die wer­tungs­mä­ßig ver­wand­te Gewich­tung von nach­las­sen­dem Straf­be­dürf­nis bzw. ver­min­der­tem Süh­ne­an­spruch als Straf­zu­mes­sungs­ge­sichts­punkt und als Aus­gangs­punkt für die gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dun­gen zur Län­ge der Ver­jäh­rungs­frist, teilt der 1. Straf­se­nat. Zwar haben die Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten zum Teil eine ande­re Ziel­rich­tung, letzt­lich aber kommt in ihnen auch zum Aus­druck, dass die Rechts­ord­nung ein Straf­be­dürf­nis gegen­über dem Täter infol­ge Zeit­ab­laufs ver­neint 38, mag man dies auch als Ver­fol­gungs­ver­zicht umschrei­ben 39. Nur vor dem Hin­ter­grund, dass in der Län­ge der gesetz­lich gere­gel­ten Ver­jäh­rungs­fris­ten eine Wer­tung des Straf­be­dürf­nis­ses trotz Zeit­ab­laufs zum Aus­druck kommt, erklärt sich die Staf­fe­lung nach der Schwe­re des Delikts.

Die Bewer­tung des Zeit­ab­laufs als straf­mil­dern­der Umstand ist genau­so wie die Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten an der Fra­ge des Erfor­der­nis­ses von Stra­fe trotz Zeit­ab­laufs ori­en­tiert, mag dies auch – wie oben unter III. 2. dar­ge­stellt – mit unter­schied­li­chen Begriff­lich­kei­ten umschrie­ben wer­den. Da es mit­hin um die Bewer­tung ein und des­sel­ben Phä­no­mens, näm­lich des Zeit­ab­laufs seit den Taten geht 40, ist revi­si­ons­recht­lich nichts dage­gen ein­zu­wen­den, wenn das Tat­ge­richt, wel­ches die straf­min­dern­de Wir­kung gewich­ten muss, die gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tung aus dem Bereich der Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten in Bedacht nimmt. Dabei wird es jedoch die Umstän­de des Ein­zel­falls, ins­be­son­de­re spe­zi­al­prä­ven­tiv wirk­sa­me Aspek­te, ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen haben.

Soweit ein­ge­wandt wird, der Zweck der ver­jäh­rungs­recht­li­chen Rege­lun­gen bestehe nicht dar­in, einer Ver­min­de­rung von Straf­zu­mes­sungs­grün­den Rech­nung zu tra­gen 41, kann dies den 1. Straf­se­nat nicht zu einer ande­ren Ansicht bewe­gen. Denn die straf­mil­dern­de Wir­kung des Zeit­ab­laufs ist nicht per se quan­ti­ta­tiv fest­ge­legt, was frei­lich auch wenig Über­zeu­gungs­kraft für sich hät­te. Sie ist statt­des­sen – wie in der Dar­stel­lung unter III. 2. gezeigt – auf eine an den Straf­zwe­cken ori­en­tier­te Begrün­dung zurück­zu­füh­ren. Die­se Erklä­run­gen für die straf­mil­dern­de Wir­kung – ohne dass man sich hier­zu auf einen Begrün­dungs­an­satz fest­le­gen müss­te – bele­gen aber, dass der Zeit­ab­lauf – genau­so wenig wie ande­re Straf­zu­mes­sungs­as­pek­te 42 – nicht stets gleich, qua­si sche­ma­tisch als für alle Delik­te und unab­hän­gig von Ein­zel­fall­um­stän­den zu bemes­sen sein wird. Der Zeit­ab­lauf als Straf­zu­mes­sungs­fak­tor ist so wie ande­re straf­zu­mes­sungs­er­heb­li­che Umstän­de vom Tat­ge­richt zu wer­ten und zu gewich­ten. Daher wird durch des­sen Rück­griff auf die in den Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten zum Aus­druck gekom­me­ne gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tung kein Straf­zu­mes­sungs­grund ver­min­dert. Viel­mehr wird der Straf­zu­mes­sungs­grund Zeit­ab­lauf ent­spre­chend die­ser Wer­tung 43 vom Tat­ge­richt aus­ge­füllt. Dass dies bei Taten, die in län­ge­ren Fris­ten ver­jäh­ren als ande­re Taten, zu einer dem­ge­gen­über gerin­ge­ren Ge- wich­tung des Straf­zu­mes­sungs­fak­tors Zeit­ab­lauf füh­ren mag 44, hängt mit dem na- tur­ge­mäß auf Wer­tungs­pro­zes­sen beru­hen­den Straf­zu­mes­sungs­vor­gang zusam­men. Die Ein­be­zie­hung der ver­jäh­rungs­recht­li­chen Rege­lun­gen in die straf­mil­dern­de Bewer­tung des Zeit­ab­laufs führt des­we­gen nicht zu einer Ver­min­de­rung fest­ste­hen­der, sche­ma­tisch bestimm­ba­rer Grö­ßen.

Zu den Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten, an denen sich das Tat­ge­richt unter ange­mes­se­ner Berück­sich­ti­gung der Lage des Ein­zel­falls für die Bewer­tung des Straf­zu­mes­sungs­fak­tors Zeit­ab­lauf ori­en­tie­ren darf, zählt auch die Vor- schrift des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB. Der Gesetz­ge­ber hat durch die­se Vor- schrift zu erken­nen gege­ben, dass er die dort auf­ge­zähl­ten Delik­te auch noch nach län­ge­rem zeit­li­chen Abstand für ver­fol­gungs­wür­dig erach­tet 45. Sei­ne Wer­tung, bei Kata­log­ta­ten des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB ruhe die Ver­jäh­rung mitt­ler­wei­le bis zur Voll­endung des 30. Lebens­jah­res des Opfers, ist mit guten Grün­den viel­fach kri­ti­siert wor­den 46. Den­noch ist die­se Wer­tung ver­fas­sungs­kon­form 47 und mit­hin von den Gerich­ten zu akzep­tie­ren. Des­halb ist die Ein­be­zie­hung die­ses Gesichts­punkts durch das Tat­ge­richt bei der ihm oblie­gen­den Gewich­tung eines Straf­zu­mes­sungs­fak­tors revi­si­ons­recht­lich jeden­falls nicht zu bean­stan­den.

Dies erfährt Bestä­ti­gung durch die Grün­de, die den Gesetz­ge­ber zu der Rege­lung des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB bewo­gen haben. So ist im Gesetz­ent­wurf aus­ge­führt, dass die Taten häu­fig erst spä­ter bekannt wer­den, wenn die­se bereits vie­le Jah­re zurück­lie­gen. Die Taten wer­den über­wie­gend von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen began­gen und die kind­li­chen oder jugend­li­chen Opfer bzw. ihre Ver­trau­ens­per­so­nen wer­den häu­fig unter Druck gesetzt oder auf ande­re Wei­se dahin beein­flusst, die Über­grif­fe zu ver­schwei­gen 48. Damit ist aber eine Situa­ti­on umschrie­ben, die für die Gewich­tung des Straf­zu­mes­sungs­fak­tors Zeit­ab­lauf im Hin­blick auf des­sen Legi­ti­ma­ti­on als Reak­ti­on auf nach­las­sen­des Straf­be­dürf­nis und ver­min­der­ten Süh­ne­an­spruch Rele­vanz ent­fal­ten kann. Denn die struk­tu­rell unter­le­ge­ne, dabei für grund­le­gen­de Bedürf­nis­se auf den Täter ange­wie­se­ne Posi­ti­on des Opfers kann dazu füh­ren, dass der Zeit­ab­lauf die Wun­den nicht in dem Maße heilt, wie bei ande­ren Taten 49. Dies kann dazu füh­ren, dass Süh­ne­an­spruch und damit das Straf­be­dürf­nis der All­ge­mein­heit durch Zeit­ab­lauf nicht in dem Maße gemin­dert wer­den 50, wie bei einer von der Aus­nut­zung der gegen­über dem kind­li­chen Opfer über­le­ge­nen Stel­lung im Fami­li­en­ver­bund los­ge­lös­ten Tat.

In dem dem Anfra­ge­be­schluss zugrun­de­lie­gen­den Urteil ist die Ver­knüp­fung mit den Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten – soweit ersicht­lich – nicht pau­schal her­an­ge­zo­gen wor­den. Viel­mehr ist dies anhand der Umstän­de des Ein­zel­falls begrün­det wor­den, dass näm­lich die spä­te Anzei­ge durch die Bege­hung der Ta- ten im fami­liä­ren Umfeld mit­be­dingt gewe­sen sei. Dies fin­det sei­ne Stüt­ze in dem mit­ge­teil­ten Sach­ver­halt, wonach das Opfer durch das Inaus­sicht­stel­len eines ver­meint­li­chen Übels davon abge­hal­ten wor­den ist, von den Taten zu erzäh­len.

Der 1. Straf­se­nat erach­tet es – anders als der anfra­gen­de 3. Straf­se­nat – für nicht aus­sa­ge­kräf­tig, dass der Gesetz­ge­ber mit die­ser Rege­lung betref­fend die Ver­folg­bar­keit von Taten nicht den ersicht­li­chen Wil­len kund­ge­tan hat, Straf­zu­mes­sungs­kri­te­ri­en oder deren Gewich­tung zu modi­fi­zie­ren. Die Bewer­tung des Zeit- ablaufs für die Straf­zu­mes­sung in Anse­hung der Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten war schon vor Ände­rung der Vor­schrift des § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB in der Recht­spre­chung ange­legt. Dies beruht dar­auf, dass Ver­jäh­rung und straf­mil­dern­de Berück­sich­ti­gung des Zeit­ab­laufs Reak­tio­nen auf das­sel­be – ledig­lich unter­schied­lich stark aus­ge­präg­te – Phä­no­men dar­stel­len. Der Rück­griff auf gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tun­gen wur­zelt in die­ser Par­al­le­li­tät und nicht in einem gesetz­ge­be­ri­schen Wil­lens­akt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Mai 2016 – 1 ARs 5/​16

  1. BGH, Beschluss vom 29.10.2015 – 3 StR 342/​15[]
  2. BGH, Beschluss vom 08.02.2006 – 1 StR 7/​06[][]
  3. BGH, Urteil vom 10.11.1999 – 3 StR 361/​99, NJW 2000, 748, 749[]
  4. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 21.12 1998 – 3 StR 561/​98, NJW 1999, 1198; vom 17.01.2008 – GSSt 1/​07, BGHSt 52, 124, 141 f.; und vom 29.09.2015 – 2 StR 128/​15, NStZ-RR 2016, 7[]
  5. vgl. Schäfer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 5. Aufl., Rn. 746: "bei den meis­ten Delik­ten"[]
  6. BVerfG, Beschluss vom 03.06.1992 – 2 BvR 1041/​88, 78/​89, BVerfGE 86, 288, 310, 323[]
  7. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 29.09.2015 – 2 StR 128/​15, NStZ-RR 2016, 7; vom 21.12 1998 – 3 StR 561/​98, NJW 1999, 1198; vom 24.07.1991 – 5 StR 286/​91, NStZ 1992, 78; und vom 29.11.1985 – 2 StR 596/​85; NStZ 1986, 217[]
  8. vgl. zusam­men­fas­sen­de Dar­stel­lung bei Stahl, Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen zwi­schen Ver­bre­chens­leh­re und Straf­theo­rie, 2015, S. 158; kri­tisch zur Behand­lung durch die Recht­spre­chung Frisch, 50 Jah­re Bun­des­ge­richts­hof: Fest­ga­be aus der Wis­sen­schaft, 2000, Bd. 4, S. 269, 298[]
  9. OGH, Urteil vom 26.10.1948 – StS 59/​48, OGHSt 1, 119, 121[]
  10. so auch OGH, Urteil vom 28.06.1949 – StS 16/​49, OGHSt 2, 94, 98[]
  11. BGH, Urtei­le vom 25.09.1952 – 4 StR 26/​50; und vom 24.01.1952 – 4 StR 10/​50[]
  12. BGH, Urteil vom 27.11.1951 – 1 StR 303/​51, BGHSt 2, 20, 22[]
  13. BGH, Beschluss vom 20.02.1998 – 2 StR 20/​98, NStZ-RR 1998, 205[]
  14. BGH, Beschluss vom 17.01.2008 – GSSt 1/​07, BGHSt 52, 124, 141 f.; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 19.04.1993 – 2 BvR 1487/​90, NJW 1993, 3254[]
  15. BVerfG, Beschluss vom 05.02.2003 – 2 BvR 327/​02 u.a., NJW 2003, 2225[]
  16. vgl. BGH, Urteil vom 19.01.1972 – 2 StR 607/​71; Beschluss vom 06.09.1988 – 1 StR 473/​88, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung 3[]
  17. BGH, Beschluss vom 20.02.1998 – 2 StR 20/​98, NStZ-RR 1998, 205; vgl. hier­zu auch BVerfG, Beschluss vom 05.02.2003 – 2 BvR 327/​02 u.a., NJW 2003, 2225; BGH, Urteil vom 31.10.1995 – 5 StR 470/​94, NStZ-RR 1996, 120 und Beschluss vom 20.04.2005 – 5 StR 73/​05 jeweils zu den Zwe­cken des Jugend­straf­rechts ent­ge­gen­ste­hen­den Zeit­ab­laufs[]
  18. BGH, Urteil vom 20.12 1995 – 2 StR 468/​95, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Zeit­ab­lauf 1: vor­ge­rück­tes Alter und ange­grif­fe­ner Gesund­heits­zu­stand[]
  19. BGH, Beschluss vom 24.07.1991 – 5 StR 286/​91, NStZ 1992, 78[]
  20. Fischer, StGB, 63. Aufl., § 46 Rn. 61; Münch­Komm-StG­B/­Mie­bach, 2. Aufl., § 46 Rn. 152[]
  21. Bruns, Straf­zu­mes­sungs­recht, 2. Aufl.1974, S. 461; ders., Das Recht der Straf­zu­mes­sung, 2. Aufl.1985, S. 181[]
  22. Streng, JR 2006, 256[]
  23. NK/​Streng, StGB, 4. Aufl., § 46 Rn. 88[]
  24. Frisch aaO, S. 269, 299 f.; vgl. auch Stahl aaO, S. 159: Reak­ti­ons­be­dürf­nis[]
  25. LK/​Theune, StGB, 12. Aufl., § 46 Rn. 240[]
  26. vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 15.12 2015 – 2 BvR 2735/​14, NJW 2016, 1149 mwN[]
  27. BVerfG, Beschluss vom 15.05.1995 – 2 BvL 19/​91 u.a., BVerfGE 92, 277, 326[]
  28. vgl. hier­zu nur BGH, Urteil vom 04.08.2015 – 1 StR 624/​14, NJW 2015, 3047[]
  29. BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349[]
  30. vgl. BGH, Urteil vom 10.06.2008 – 5 StR 180/​08, NStZ-RR 2008, 307[]
  31. zustim­mend der 2. Straf­se­nat: BGH, Beschluss vom 06.04.2016 – 2 StR 219/​15][]
  32. BGH, Beschluss vom 10.11.1999 – 3 StR 361/​99[]
  33. BGH, Beschluss vom 22.01.1992 – 3 StR 440/​91, NStZ 1992, 229[]
  34. BGH, Beschluss vom 26.07.1994 – 5 StR 113/​94, StV 1995, 130[]
  35. BGH, Beschluss vom 07.06.2011 – 4 StR 643/​10, StV 2011, 603[]
  36. BVerfG, Beschluss vom 21.06.2006 – 2 BvR 750/​06 u.a., NStZ 2006, 680, 682; vgl. hier­zu auch BGH, Urteil vom 21.02.2002 – 1 StR 538/​01, StV 2002, 598[]
  37. BVerfG, Beschluss vom 12.08.2015 – 2 BvR 2646/​13[]
  38. BGH, Urteil vom 17.02.1983 – 1 StR 813/​82, MDR 1983, 590; zustim­mend auch Bruns, Straf­zu­mes­sungs­recht, 2. Aufl.1974, S. 461; ders., Das Recht der Straf­zu­mes­sung, 2. Aufl.1985, S. 181; Hil­len­kamp, JR 1975, 133, 138; Münch­Komm-StG­B/­Mitsch, 2. Aufl., § 78 Rn. 1; vgl. auch Frisch, aaO, S. 269, 300[]
  39. LK/​Schmid, StGB, 12. Aufl., Vor § 78 Rn. 9[]
  40. Münch­Komm-StG­B/­Mitsch, 2. Aufl., Vor § 78 Rn. 2[]
  41. BGH, Beschluss vom 06.04.2016 – 2 StR 219/​15, NStZ-RR 2016, 241[]
  42. vgl. BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 350 f.[]
  43. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1999 – 3 StR 361/​99, BGHSt 45, 308[]
  44. vgl. BGH, Beschluss vom 07.06.2011 – 4 StR 643/​10, StV 2011, 603[]
  45. vgl. Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs vom 29.06.1992, BT-Drs. 12/​2975, S. 4; vgl. hier­zu auch BGH, Urteil vom 10.11.1999 – 3 StR 361/​99, BGHSt 45, 308[]
  46. vgl. nur Fischer, StGB, 63. Aufl., § 78b Rn. 3d[]
  47. vgl. zu frü­he- ren Fas­sun­gen BVerfG, Beschluss vom 31.01.2000 – 2 BvR 104/​00, NJW 2000, 1554 mwN[]
  48. Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs vom 29.06.1992, BT-Drs. 12/​2975, S. 4; vgl. hier­zu auch BGH, Urteil vom 10.11.1999 – 3 StR 361/​99, BGHSt 45, 308[]
  49. vgl. auch Bruns, Straf­zu­mes­sungs­recht, 2. Aufl.1974, S. 461; ders., Das Recht der Straf­zu­mes­sung, 2. Aufl.1985, S. 181[]
  50. vgl. BGH, Urteil vom 27.11.1951 – 1 StR 303/​51, BGHSt 2, 20, 22[]