Kindstötung – und die Schuldfähigkeit

22. Januar 2018 | Strafrecht
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Bei Kindstötungen im Sinne des § 217 StGB aF kommt eine erhebliche Verminderung der Schuldfähigkeit kaum in Betracht, wenn bei der Täterin außer der Belastung durch die Geburt keine schon unabhängig hiervon bestehenden geistigseelischen Beeinträchtigungen festzustellen sind1.

Die psychische Ausnahmesituation einer Mutter, die ihr Kind in oder gleich nach der Geburt tötet, kann in einem solchen Fall allerdings bei der Anwendung des § 213 StGB Berücksichtigung finden2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 25. Oktober 2017 – 5 StR 72/17

  1. vgl. BGH, Urteile vom 05.06.2003 – 3 StR 55/03, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Kindstötung 1;vom 19.06.2008 – 4 StR 105/08, NStZ-RR 2008, 308; vom 23.04.2009 – 3 StR 100/09, NStZ 2009, 439 f.
  2. BGH, Urteil vom 06.11.2003 – 4 StR 296/03, NStZ-RR 2004, 80

 
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