Koka­in­kauf mit Base­ball­schlä­ger

Der Tat­be­stand des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG ist auch dann erfüllt, wenn der Täter die Waf­fe oder den sons­ti­gen Gegen­stand erst in der Schluss­pha­se des Betäu­bungs­mit­tel­erwerbs vor des­sen Been­di­gung mit sich führt, auch wenn das Grund­de­likt bereits voll­endet ist 1.

Koka­in­kauf mit Base­ball­schlä­ger

Vor­lie­gend war der Erwerb des Koka­ins im Sin­ne der rechts­ge­schäft­li­chen Erlan­gung der eige­nen tat­säch­li­chen Ver­fü­gungs­ge­walt über das Betäu­bungs­mit­tel durch ein­ver­ständ­li­ches Zusam­men­wir­ken mit dem Vor­be­sit­zer 2 jedoch bereits abge­schlos­sen und damit recht­lich been­det, als der Ange­klag­te den Ein­gangs­be­reich sei­nes Hau­ses betrat, so dass er den Base­ball­schlä­ger nicht mehr bei der Tat mit sich führ­te.

Spä­tes­tens nach­dem der Ver­käu­fer dem Käu­fer das Koka­in über­ge­ben und das Anwe­sen ver­las­sen hat­te, war die Ver­fü­gungs­ge­walt des Käu­fers gesi­chert. Er befand sich in sei­nem Wohn­haus und trug das Rausch­gift teil­wei­se sogar an sei­nem Kör­per in der Klei­dung. Eines zusätz­li­chen Ver­ste­ckens oder gar der Wei­ter­ga­be an die Mit­tä­ter bedurf­te es zur Siche­rung sei­ner Ver­fü­gungs­ge­walt nicht. Der Käu­fer war, als er den Ein­gangs­be­reich sei­nes Hau­ses durch­schritt, im Besitz des Koka­ins. Das Mit­füh­ren einer Waf­fe oder eines ent­spre­chen­den Gegen­stan­des beim Besitz der Betäu­bungs­mit­tel allein erfüllt den Tat­be­stand des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG aber gera­de nicht 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2015 – 3 StR 357/​15

  1. vgl. für den Betäu­bungs­mit­tel­han­del BGH, Beschlüs­se vom 14.11.1996 – 1 StR 609/​96, BGHR BtMG § 30a Abs. 2 Mit­sich­füh­ren 2; vom 05.12 2013 – 2 StR 454/​13, NStZ-RR 2014, 82 []
  2. BGH, Urteil vom 10.04.1996 – 3 StR 5/​96, BGHSt 42, 123, 128[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 11; Beschluss vom 12.12 2013 – 5 StR 522/​13 2; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 30a Rn. 84 mwN[]