Kom­pen­sa­ti­on für über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er – und die Län­ge der Freiheitsstrafe

Der Aus­gleich für eine rechts­staats­wid­ri­ge Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung stellt eine rein am Ent­schä­di­gungs­ge­dan­ken ori­en­tier­te eige­ne Rechts­fol­ge neben der Straf­zu­mes­sung dar. Sie rich­tet sich nicht nach der Höhe der Strafe.

Kom­pen­sa­ti­on für über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er – und die Län­ge der Freiheitsstrafe

Die im Wege des sog. Voll­stre­ckungs­mo­dells vor­zu­neh­men­de Kom­pen­sa­ti­on kop­pelt den Aus­gleich für das erlit­te­ne Ver­fah­ren­s­un­recht von Fra­gen des Tat­un­rechts, der Schuld und der Straf­hö­he ab.

Auch das Gewicht der Tat und das Maß der Schuld spie­len weder für die Fra­ge, ob das Ver­fah­ren rechts­staats­wid­rig ver­zö­gert wor­den ist, noch für Art und Umfang der zu gewäh­ren­den Kom­pen­sa­ti­on eine Rol­le [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2015 – 3 StR 518/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 25.10.2011 – 3 StR 206/​11, NStZ 2012, 316, 317 mwN; vom 17.01.2008 – GSSt 1/​07, BGHSt 52, 124, 138[]