Kon­kur­renz­pro­ble­me bei der Brand­stif­tung

Die fahr­läs­si­ge Brand­stif­tung nach § 306d Abs. 1 2. Alter­na­ti­ve i.V.m. § 306a Abs. 2 StGB wird nicht von der vor­sätz­li­chen schwe­ren Brand­stif­tung nach § 306a Abs. 1 StGB ver­drängt.

Kon­kur­renz­pro­ble­me bei der Brand­stif­tung

Die schwe­re Brand­stif­tung nach § 306a Abs. 1 StGB setzt nur die Inbrand­set­zung oder (zumin­dest teil­wei­se) Zer­stö­rung bestimm­ter Räum­lich­kei­ten vor­aus. Damit ist nicht not­wen­di­ger­wei­se ver­bun­den, dass ein ande­rer Mensch dadurch vor­sätz­lich (§ 306a Abs. 2 StGB) oder fahr­läs­sig (§ 306d Abs. 1 2. Alter­na­ti­ve StGB) in die Gefahr einer Gesund­heits­schä­di­gung gebracht wird.

Daher kann Tat­ein­heit zwi­schen der schwe­ren Brand­stif­tung nach § 306a Abs. 1 und der­je­ni­gen nach § 306a Abs. 2 StGB gege­ben sein 1.

Ange­sichts der unter­schied­li­chen Schutz­gü­ter wird auch die fahr­läs­si­ge Brand­stif­tung nach § 306d Abs. 1 2. Alter­na­ti­ve StGB nicht von der voll­ende­ten Brand­stif­tung nach § 306a Abs. 1 StGB ver­drängt, obwohl ihr Straf­rah­men hin­ter dem des § 306a Abs. 1 StGB und sogar hin­ter dem der vor­sätz­li­chen Brand­stif­tung nach § 306 Abs. 1 StGB – ohne zusätz­lich ein­ge­tre­te­ne Gesund­heits­ge­fähr­dung – zurück­bleibt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2014 – 4 StR 556/​14

  1. BGH, Beschluss vom 14.01.2014 – 1 StR 628/​13, NJW 2014, 1123; LK-Wolff, StGB, 12. Aufl., § 306a Rn. 38; Münch­Komm-StG­B/­Rad­ke, 2. Aufl., § 306a Rn. 64; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 306a Rn. 15[]
  2. vgl. Münch­Komm-StG­B/­Rad­ke aaO § 306d Rn. 4[]