Kon­kur­renz­pro­ble­me beim Besitz ver­schie­de­ner Betäu­bungs­mit­tel

Der gleich­zei­ti­ge Besitz ver­schie­de­ner Betäu­bungs­mit­tel erfüllt den Tat­be­stand des uner­laub­ten Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln nur ein­mal.

Kon­kur­renz­pro­ble­me beim Besitz ver­schie­de­ner Betäu­bungs­mit­tel

Leis­tet der Ange­klag­te bezüg­lich die­ser Betäu­bungs­mit­tel zugleich Bei­hil­fe zum uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge, behält der uner­laub­te Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge sei­nen Unrechts­ge­halt und ver­klam­mert die an sich selb­stän­di­gen Bei­hilfe­ta­ten zur Tat­ein­heit 1.

Die Klam­mer­wir­kung ent­fällt nicht dadurch, dass ein täter­schaft­li­ches Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge hin­zu­tritt.

Der Umstand, dass das täter­schaft­li­che Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge trotz glei­cher Straf­dro­hung im Grund­satz einen höhe­ren Unrechts­ge­halt auf­weist als der täter­schaft­li­che Besitz und die Bei­hil­fe zum uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge 2, führt zu kei­ner abwei­chen­den recht­li­chen Bewer­tung. Wiegt – wie hier – nur eines der betrof­fe­nen ande­ren Delik­te schwe­rer als das­je­ni­ge, das die Ver­bin­dung begrün­det, bleibt die Klam­mer­wir­kung einer Dau­er­straf­tat bestehen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Febru­ar 2015 – 2 StR 266/​14

  1. BGH, Beschluss vom 16.07.2013 – 4 StR 144/​13, NStZ 2014, 163[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.05.1996 – 3 StR 631/​95, BGHSt 42, 162, 164[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 04.04.2012 – 2 StR 70/​12, NStZ 2013, 158; Fischer, StGB, 62. Aufl., Vor § 52 Rn. 30[]