Kriegsverbrechen gegen humanitäre Operationen

Der Begriff des Angriffs im Sinne des § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 VStGB (“Kriegsverbrechens gegen humanitäre Operationen”) ist, angelehnt an Art. 9 des Übereinkommens über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal1, weit auszulegen.

Kriegsverbrechen gegen humanitäre Operationen

Er erfasst jede Art der Gewaltanwendung unabhängig von der Art der dabei verwendeten Waffen; zu den typischen Angriffsformen gehö- ren

  • Nötigungen,
  • Einschüchterungen,
  • bewaffneter Raub,
  • Entführungen,
  • Geiselnahmen,
  • Drangsalierungen,
  • widerrechtliche Festnahmen und Inhaftierungen sowie
  • Akte der Zerstörung und Plünderung des Eigentums humanitärer Missionen2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 23. August 2018 – 3 StR 149/18

  1. BGBl. II 1997 S. 230, 235 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.08.2016 – AK 43/16, BGHR VStGB § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Zu schützende Person 1; Werle/Jeßberger, Völkerstrafrecht, 4. Aufl., Rn. 1480; MünchKomm-StGB/Zimmermann/Geiß, 3. Aufl., § 10 VStGB Rn. 17 f.; BT-Drs. 14/8524, S. 32 []