Liwa Al-Izza Lil-lah

Die "Liwa AlIz­za Lillah"erfüllte die Vor­aus­set­zun­gen für eine aus­län­di­sche ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung nach den §§ 129, 129a StGB.

Liwa Al-Izza Lil-lah

Das gilt sowohl unter Zugrun­de­le­gung des frü­her nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs maß­geb­li­chen Ver­ei­ni­gungs­be­griffs [1] als auch nach der Legal­de­fi­ni­ti­on des § 129 Abs. 2 i.V.m. § 129a Abs. 1 StGB in der seit dem 22.07.2017 gül­ti­gen Fas­sung.

Bei der "Liwa AlIz­za Lil­lah" han­del­te es sich nach dem der­zei­ti­gen Stand der Ermitt­lun­gen um einen auf Dau­er ange­leg­ten Zusam­men­schluss von über 50 Per­so­nen mit Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, Vor­aus­pla­nung, Koor­di­nie­rung, bestimm­ten Grup­pen­re­geln, gegen­sei­ti­gen Ver­pflich­tun­gen der Mit­glie­der sowie einem über­ge­ord­ne­ten gemein­sa­men Inter­es­se. Die Tätig­keit der Grup­pe war neben der Bege­hung viel­fäl­ti­ger wei­te­rer Straf­ta­ten dar­auf gerich­tet, Men­schen zu töten.

Ob auch die Vor­gän­ger­ver­ei­ni­gung der "Liwa AlIz­za Lil­lah", die "Kat­i­ba Shuha­da alAh­waz", die Anfor­de­run­gen erfüllt, die an eine aus­län­di­sche ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung zu stel­len sind, konn­te für den Bun­des­ge­richts­hof im vor­lie­gen­den Fall dahin­ste­hen. Denn nach den Struk­tur­er­mitt­lun­gen und den Zeu­gen­aus­sa­gen grün­de­te sich die "Liwa AlIz­za Lil­lah" vor der Erobe­rung der Stadt Tab­qa im Febru­ar 2013 und damit vor dem Tat­zeit­raum. Zum Zeit­punkt der Stür­mung des Luft­waf­fen­stütz­punk­tes dies ist zeit­lich die ers­te dem Ange­klag­ten kon­kret zur Last geleg­te Betei­li­gungs­hand­lung agier­te die Grup­pe bereits als "Liwa AlIz­za Lil­lah", mag die "Kat­i­ba Shuha­da alAh­waz" auch als dem Bünd­nis unter­ge­ord­ne­te Kampf­ein­heit fort­exis­tiert haben. Soweit die Ankla­ge­schrift und der Haft­be­fehl dar­auf abstel­len, dass der Ange­klag­te bereits für die Vor­gän­ger­ver­ei­ni­gung tätig war, also schon vor dem offi­zi­el­len Grün­dungs­akt der "Liwa AlIz­za Lil­lah" in die Grup­pie­rung ein­ge­bun­den war, kann dies offen blei­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2020 – AK 1/​20

  1. s. dazu etwa BGH, Urteil vom 14.08.2009 3 StR 552/​08, BGHSt 54, 69 Rn. 116 ff. mwN[]