Mari­hua­na aus Hol­land – und die Ein­zie­hung

Bei den vom Ange­klag­ten „erlang­ten“ Betäu­bungs­mit­teln han­delt es sich nicht um Tat­erträ­ge im Sin­ne der §§ 73, 73c StGB, son­dern um Tat­ob­jek­te gemäß § 33 Satz 1 BtMG, § 74 Abs. 2 StGB [1].

Mari­hua­na aus Hol­land – und die Ein­zie­hung

Soweit der Ange­klag­te die Betäu­bungs­mit­tel ver­brauch­te, könn­te zwar grund­sätz­lich eine Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­ob­jek­ten gemäß § 74c Abs. 1 StGB in Betracht kom­men. Eine sol­che setzt jedoch vor­aus, dass dem Täter der ursprüng­lich ein­zie­hungs­be­trof­fe­ne Gegen­stand zur Zeit der Tat gehör­te oder zustand [2].

In Fäl­len, in denen die Über­ga­be der Betäu­bungs­mit­tel im Inland statt­fand, konn­te der Ange­klag­te gemäß § 134 BGB kein Eigen­tum an die­sen erwer­ben [3]. Die Anord­nung der Ein­zie­hung von Wert­er­satz kann daher inso­weit auch nicht auf § 74c StGB gestützt wer­den.

In Fäl­len, die den Erwerb von Mari­hua­na (hier:) in den Nie­der­lan­den betref­fen, könn­te dage­gen der Ange­klag­te Eigen­tum an dem Mari­hua­na erwor­ben haben und daher eine Wert­er­satz­ein­zie­hung gemäß § 74c StGB mög­lich sein.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Juni 2020 – 3 StR 37/​20

  1. Weber, BtMG, 5. Aufl., § 33 Rn. 70, 326; KPV BtMG/​Volkmer, 9. Aufl., § 33 Rn. 10; BGH, Beschluss vom 13.01.2010 – 2 StR 519/​09, NStZ-RR 2010, 141, 142[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 12.06.2019 – 3 StR 194/​19, NStZ-RR 2019, 382, 383; vom 24.09.2019 – 5 StR 269/​19, NStZ 2020, 24 Rn. 7[]
  3. Weber, BtMG, 5. Aufl., § 33 Rn. 392, 124; KPV BtMG/​Volkmer, 9. Aufl., § 33 Rn. 80, 12; BGH, Beschlüs­se vom 12.06.2019 – 3 StR 194/​19, NStZ-RR 2019, 382, 383; vom 24.09.2019 – 5 StR 269/​19, NStZ 2020, 24 Rn. 7[]