Meh­re­re Dieb­stäh­le – und die Tat­ein­heit

Die Annah­me von drei im Ver­hält­nis der Tat­ein­heit zuein­an­der ste­hen­der Taten des Dieb­stahls kommt in Betracht, wenn zwi­schen allen drei Taten ein unmit­tel­ba­rer räum­li­cher und zeit­li­cher Zusam­men­hang bestand, auf­grund des­sen sich das gesam­te Tätig­wer­den bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se als ein­heit­li­ches Tun erweist 1.

Meh­re­re Dieb­stäh­le – und die Tat­ein­heit

Ob damit in räum­li­cher und in zeit­li­cher Hin­sicht ein aus­rei­chend enger Zusam­men­hang hin­sicht­lich aller drei Dieb­stäh­le gege­ben ist, der die Annah­me von Tat­ein­heit belegt, bedarf jedoch nähe­rer Fest­stel­lung und Erör­te­rung.

Kann sich die Annah­me von Tat­ein­heit in der kon­kre­ten Fall­kon­stel­la­ti­on (hier: bei Tat­bei­trä­gen meh­re­rer Betei­lig­ter) zum Nach­teil des ein­zel­nen Ange­klag­ten aus­wir­ken, darf sie nicht zu sei­nen Guns­ten unter­stellt wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juli 2017 – 2 StR 220/​17

  1. BGH, Beschluss vom 31.05.2016 – 3 StR 54/​16, NStZ-RR 2016, 274, 275; Beschluss vom 27.06.1996 – 4 StR 166/​96, NStZ 1996, 493, 494[]