Meh­re­re nach­ein­an­der ange­grif­fe­ne Per­so­nen

In Fäl­len, in denen der Täter ein­zel­ne Men­schen nach­ein­an­der angreift, um jeden von ihnen in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät zu beein­träch­ti­gen, besteht sowohl bei natür­li­cher als auch bei rechts­ethisch wer­ten­der Betrach­tungs­wei­se selbst bei ein­heit­li­chem Tatent­schluss und engem räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang regel­mä­ßig kein Anlass, die­se Vor­gän­ge als eine Tat zusam­men­zu­fas­sen 1.

Meh­re­re nach­ein­an­der ange­grif­fe­ne Per­so­nen

Etwas ande­res gilt dann, wenn eine Auf­spal­tung in Ein­zel­ta­ten wegen eines außer­ge­wöhn­lich engen zeit­li­chen und situa­ti­ven Zusam­men­hangs will­kür­lich und geküns­telt erschie­ne, es sei denn, es fehlt an dem ver­bin­den­den sub­jek­ti­ven Ele­ment, weil sich der Täter zu dem Angriff auf das wei­te­re Opfer erst ent­schlos­sen hat, nach­dem die­ses für ihn über­ra­schend hin­zu­ge­kom­men ist, als er bereits mit Tötungs­vor­satz auf das ers­te Opfer ein­wirk­te 2; der Angriff auf das zwei­te Opfer beruht dann auf einem selb­stän­di­gen, auf­grund ver­än­der­ter Tat­si­tua­ti­on gefass­ten Ent­schluss, der die Wer­tung als ein­heit­li­ches, zusam­men­ge­hö­ri­ges Tun in der Regel nicht zulässt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Okto­ber 2018 – 1 StR 422/​18

  1. vgl. z.B. BGH, Beschluss vom 22.08.2018 – 3 StR 59/​18 6 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 28.10.2004 – 4 StR 268/​04, NStZ 2005, 262, 263[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 22.08.2018 – 3 StR 59/​18 6 mwN; Urteil vom 28.10.2004 – 4 StR 268/​04, NStZ 2005, 262, 263[]