Meh­re­re (ver­such­te) Körperverletzungen

Wird die­sel­be Per­son durch meh­re­re Hand­lun­gen des Täters ver­letzt, han­delt es sich nur um eine Tat im Rechts­sin­ne, wenn die ein­zel­nen Akte – wie hier – in engem räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang ste­hen, ohne dass wesent­li­che Zäsu­ren ein­tre­ten, und mit der Mehr­heit der Hand­lun­gen das tat­be­stand­li­che Unrecht inten­si­viert wird1.

Meh­re­re (ver­such­te) Körperverletzungen

Die Voll­endung der Tat ist dann als spe­zi­el­le­re Gestal­tung gegen­über dem Ver­such des­sel­ben Delikts zu ver­ste­hen und ver­drängt den Ver­such2.

Nichts ande­res gilt, wenn der Täter im Rah­men der fort­lau­fen­den Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung eine wei­te­re Qua­li­fi­ka­ti­ons­va­ri­an­te ver­sucht. Denn zwi­schen den gleich­wer­ti­gen Tat­mo­da­li­tä­ten des­sel­ben Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stands schei­det gleich­ar­ti­ge Ide­al­kon­kur­renz (§ 52 Abs. 1 Alt. 2 StGB) aus, unab­hän­gig davon, in wel­cher Wei­se die Tat­mo­da­li­tä­ten auf­ge­zählt sind3.

Das dem ver­such­ten Schlag (hier: mit der Fla­sche gegen den Kopf) inne­woh­nen­de Hand­lungs­un­recht wäre im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zu berück­sich­ti­gen (§ 46 Abs. 2 StGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Mai 2021 – 6 StR 132/​21

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.04.2019 – 5 StR 32/​19, NStZ 2019, 471 Rn. 2; Urteil vom 16.05.1990 – 2 StR 143/​90 Rn. 12; LK-StGB/­Ris­sing-van Saan, 13. Aufl., vor § 52 Rn. 41[]
  2. vgl. Beck­OK-StGB/v. Heint­schel-Hein­egg, Stand 2/​2021, § 52 Rn. 13; SSW-StGB/E­schel­bach, 5. Aufl., § 52 Rn. 9[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 24.03.1994 – 4 StR 656/​93; NJW 1994, 2034, m. Anm v. Hip­pel, JR 1995, 125[]

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