Meh­re­re Vor­ver­ur­tei­lun­gen bei der Gesamt­stra­fen­bil­dung – und die Zäsur­wir­kung

In Fäl­len, in denen meh­re­re Vor­ver­ur­tei­lun­gen nach der Rege­lung des § 55 StGB unter­ein­an­der gesamt­stra­fen­fä­hig sind, ent­fal­tet unab­hän­gig davon, ob eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fe tat­säch­lich gebil­det wur­de oder im Ver­fah­ren nach § 460 StPO noch nach­ge­holt wer­den kann, ledig­lich die zeit­lich ers­te Ver­ur­tei­lung eine Zäsur­wir­kung1.

Meh­re­re Vor­ver­ur­tei­lun­gen bei der Gesamt­stra­fen­bil­dung – und die Zäsur­wir­kung

Den spä­te­ren Vor­ver­ur­tei­lun­gen kommt, da die Taten aus allen Ver­ur­tei­lun­gen bereits in dem ers­ten Erkennt­nis hät­ten geahn­det wer­den kön­nen, gesamt­stra­fen­recht­lich kei­ne Bedeu­tung zu.

Das Gericht muss in einem sol­chen Fall, sofern die Vor­aus­set­zun­gen des § 55 Abs. 1 StGB über­haupt vor­ge­le­gen haben, mit Blick auf die zäsur­bil­den­de Ver­ur­tei­lung auf die (nach­träg­li­che) Bil­dung von zwei Gesamt­stra­fen erken­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Febru­ar 2019 – 4 StR 52/​19

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 08.07.2016 – 4 StR 73/​16, Stra­Fo 2016, 348 mwN; vgl. Fischer, StGB, 66. Aufl., § 55 Rn. 12 []