Min­der schwe­rer Fall, Bei­hil­fe – und die Straf­zu­mes­sung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung ist in den Fäl­len, in denen das Gesetz bei einer Straf­tat einen min­der schwe­ren Fall vor­sieht und im Ein­zel­fall ein gesetz­li­cher Mil­de­rungs­grund nach § 49 Abs. 1 StGB gege­ben ist, bei der Straf­rah­men­wahl vor­ran­gig zu prü­fen, ob ein min­der schwe­rer Fall vor­liegt 1.

Min­der schwe­rer Fall, Bei­hil­fe – und die Straf­zu­mes­sung

Ist nach einer Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­um­stän­de das Vor­lie­gen eines min­der schwe­ren Falls abzu­leh­nen, sind bei der wei­ter­ge­hen­den Prü­fung, ob der mil­de­re Son­der­straf­rah­men zur Anwen­dung kommt, gesetz­lich ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grün­de zusätz­lich her­an­zu­zie­hen.

Erst wenn der Tatrich­ter danach wei­ter­hin kei­nen min­der schwe­ren Fall für gerecht­fer­tigt hält, darf er sei­ner kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung den (allein) wegen des gege­be­nen gesetz­lich ver­typ­ten Mil­de­rungs­grun­des gemil­der­ten Regel­straf­rah­men zu Grun­de legen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Juni 2018 – 1 StR 78/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 16.11.2017 – 2 StR 404/​17 mwN; und vom 17.03.2016 – 1 StR 47/​16[]
  2. BGH aaO[]