Miss­brauchs einer zur eige­nen Nut­zung über­las­se­nen Kre­dit­kar­te

§ 266b StGB ist ein Son­der­de­likt, das nur der berech­tig­te Kar­ten­in­ha­ber als taug­li­cher Täter bege­hen kann.

Miss­brauchs einer zur eige­nen Nut­zung über­las­se­nen Kre­dit­kar­te

Zwar ist 'berech­tig­ter Kar­ten­in­ha­ber' im Sin­ne der Norm auch der­je­ni­ge, der die Kar­te durch fal­sche Anga­ben, also eine Täu­schung des Aus­stel­lers, z. B. über sei­ne Iden­ti­tät 1 oder sei­ne Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se, von die­sem erlangt 2.

Täter kann aber nicht der­je­ni­ge sein, dem der berech­tig­te Kar­ten­in­ha­ber die Kar­te zu des­sen eige­ner Nut­zung über­las­sen hat und der sie sodann miss­braucht 3.

Etwas ande­res könn­te allen­falls dann gel­ten, wenn der Kar­ten­in­ha­ber sei­tens des Aus­stel­lers zur Über­las­sung an einen Drit­ten ermäch­tigt wäre, was in der Pra­xis ange­sichts der übli­chen Ver­trags­be­din­gun­gen von Ban­ken und Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men jedoch kaum vor­kom­men dürf­te 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. April 2017 – 1 StR 67/​17

  1. Nut­zung der Per­so­na­li­en eines Drit­ten[]
  2. sie­he BGH, Beschluss vom 21.11.2001 – 2 StR 260/​01, BGHSt 47, 160 ff.; LK-StGB /​Möhrenschläger, 12. Auf­la­ge, Rn. 5 zu § 266b StGB[]
  3. LK-StGB /​Möhrenschläger, 12. Auf­la­ge, Rn. 6 zu § 266b StGB; Münch­Komm-StGB /​Radtke, 2. Auf­la­ge, Rn. 4 zu § 266b StGB[]
  4. Münch­Komm-StGB /​Radtke, aaO[]