Miss­brauchs­ge­bühr für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de – wegen der Dif­fa­mie­rung von Ermitt­lungs­be­hör­den

Eine Miss­brauchs­ge­bühr kann ver­hängt wer­den, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de in ihrer äuße­ren Form die gebo­te­ne Sach­lich­keit ver­mis­sen lässt 1, und auch dann, wenn der Beschwer­de­füh­rer ver­sucht, dem Gericht die Kennt­nis von für die Ent­schei­dung offen­sicht­lich bedeut­sa­men Tat­sa­chen vor­zu­ent­hal­ten 2.

Miss­brauchs­ge­bühr für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de – wegen der Dif­fa­mie­rung von Ermitt­lungs­be­hör­den

Das Instru­ment der Ver­fas­sungs­be­schwer­de wird miss­braucht, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben in die­ser Wei­se durch eine sinn­ent­leer­te Inan­spruch­nah­me sei­ner Arbeits­ka­pa­zi­tät behin­dert wird 1.

Die Ver­wen­dung wenigs­tens eines der gespen­de­ten und mit einem Maschi­nen­ge­wehr umge­rüs­te­ten Kran­ken­wa­gen als Anschlags­mit­tel in Syri­en war von offen­sicht­li­cher Rele­vanz für das Straf­ver­fah­ren auf­grund des Ver­dachts einer Finan­zie­rung isla­mis­ti­scher Ter­ro­ris­ten. Die­se Tat­sa­che war in der Beschwer­de­schrift erkenn­bar mit­zu­tei­len, da es nicht Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist, sich den ver­fah­rens­re­le­van­ten Sach­ver­halt selbst aus den Anla­gen zusam­men­zu­su­chen.

Ange­sichts der gege­be­nen Sach­la­ge erscheint dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zudem der Vor­wurf "ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung" gegen­über den Ermitt­lungs­be­hör­den als dif­fa­mie­rend und grob unsach­lich.

Macht dann 500, – € Miss­brauchs­ge­bühr für den Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ten…

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 15. Febru­ar 2017 – 2 BvR 2190/​16

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.06.1998 – 2 BvR 1916/​97 3[][]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 16.08.1994 – 2 BvR 983/​94 16[]