Miss­hand­lung von Schutz­be­foh­le­nen – und die ange­klag­ten Taten

Soweit sich im Rah­men der Prü­fung Anhalts­punk­te für eine Straf­tat der Miss­hand­lung von Schutz­be­foh­le­nen nach § 225 StGB, ins­be­son­de­re in der Tat­be­stands­va­ri­an­te des Quä­lens, erge­ben, wären – da es sich inso­weit um eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit han­deln kann 1 – gege­be­nen­falls auch wei­te­re Ver­let­zun­gen (hier: der Säug­lin­ge), die im Ankla­ge­satz kei­nen Nie­der­schlag gefun­den haben; vom Pro­zess­stoff erfasst und unter­lä­gen nach einem ent­spre­chen­den Hin­weis gemäß § 265 StPO der gericht­li­chen Kogni­ti­on.

Miss­hand­lung von Schutz­be­foh­le­nen – und die ange­klag­ten Taten

Dies kann, etwa bei Fest­stel­lung oder feh­len­der Aus­schließ­bar­keit eines Alter­na­tiv­tä­ters, auch für ein pflicht­wid­ri­ges Unter­las­sen des Ange­klag­ten gel­ten, sofern sich Anhalts­punk­te dafür erge­ben soll­ten, dass er es pflicht­wid­rig unter­ließ, gegen meh­re­re Ver­let­zungs­hand­lun­gen oder Unter­las­sun­gen des Alter­na­tiv­tä­ters ein­zu­schrei­ten, die in ihrer Gesamt­heit ursäch­lich für den Todes­ein­tritt des Kin­des waren.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. August 2017 – 4 StR 127/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 17.07.2007 – 5 StR 92/​07, NStZ-RR 2007, 304, 306; Beschluss vom 20.03.2012 – 4 StR 561/​11, StV 2012, 534, 537[]