Miss­lin­gen des vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs – und der Rück­tritts­ho­ri­zont

Fehl­ge­schla­gen ist der Ver­such, wenn die Tat nach dem Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder den ihm sonst zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann, ohne dass eine neue Hand­lungs- und Kau­sal­ket­te in Gang gesetzt wird und der Täter dies erkennt, oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung der Tat nicht mehr für mög­lich hält 1.

Miss­lin­gen des vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs – und der Rück­tritts­ho­ri­zont

Ent­schei­dend ist inso­weit das Vor­stel­lungs­bild des Täters nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung (soge­nann­ter Rück­tritts­ho­ri­zont) 2. Die Annah­me eines Fehl­schlags vom Ver­such erfor­dert daher regel­mä­ßig Fest­stel­lun­gen zum Rück­tritts­ho­ri­zont.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Novem­ber 2015 – 2 StR 462/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.09.2015 – 2 StR 309/​15; Beschluss vom 09.04.2015 – 2 StR 402/​14, Stra­Fo 2015, 291; BGH, Beschluss vom 07.05.2014 – 4 StR 105/​14, NStZ-RR 2014, 240[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 02.07.2013 – 2 StR 91/​13, NStZ 2013, 639, 640[]