Mit Essig und Salz gegen das Unkraut

Haus­haltses­sig und Salz gel­ten nicht als Pflan­zen­schutz­mit­tel.

Mit Essig und Salz gegen das Unkraut

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in einem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und einen Mann frei­ge­spro­chen, dem vom Amts­ge­richt ein Buß­geld von 150,00 Euro auf­er­legt wor­den war, für den Ein­satz von Essig und Salz gegen Unkraut in sei­ner Ein­fahrt. Wenn man im Inter­net recher­chiert oder bei der Land­wirt­schafts­kam­mer nach­fragt, heißt es, die­se Ver­wen­dung sei nach dem Pflan­zen­schutz­ge­setz ver­bo­ten (§ 12 Absatz 2 PflSchG). Die zustän­di­ge Ver­wal­tungs­be­hör­de hat­te gegen den Mann aus Bra­ke, der das Unkraut auf der Zufahrt zu sei­ner Gara­ge und auf der öffent­li­chen Pflas­ter­flä­che vor sei­nem Grund­stück mit einer Essig-Salz-Lösung bekämpft hat­te, ein Buß­geld von 100,- Euro ver­hängt. Auf sei­nen Ein­spruch hin hat das Amts­ge­richt das Buß­geld auf 150,- Euro erhöht. Gegen die­se Ent­schei­dung hat der Mann das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg ange­ru­fen.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg deut­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich­ent­ge­gen der bun­des­weit ein­heit­li­chen Auf­fas­sung der Ver­wal­tungs­be­hör­den bei einem Essig-Koch­salz-Gemisch nicht um ein Pflan­zen­schutz­mit­tel im Sin­ne des Pflan­zen­schutz­ge­set­zes han­delt, son­dern um ein Lebens­mit­tel. Denn Essig und Salz sei­en nach objek­ti­ven Gesichts­punk­ten nicht zur Pflan­zen­ver­nich­tung bestimmt. Dar­auf aber kom­me es nach dem Gesetz an.

Nicht zu ent­schei­den hat­te das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, ob das Ein­brin­gen von Essig und Salz in das Grund­was­ser nach ande­ren Geset­zen straf­bar oder ord­nungs­wid­rig sein kann. Hier­zu fehl­te es im kon­kre­ten Fall an aus­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 25. April 2017 – 2 Ss OWi 70/​17