Mit­glied­schaft in einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung – und die Hand­lungs­ein­heit

Aus der pau­scha­li­sie­ren­den Hand­lungs­be­schrei­bung des § 129a Abs. 1 Alter­na­ti­ve 2 StGB folgt, dass die durch das Mit­glied der Ver­ei­ni­gung began­ge­nen Betä­ti­gungs­ak­te grund­sätz­lich eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit bil­den.

Mit­glied­schaft in einer aus­län­di­schen ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung – und die Hand­lungs­ein­heit

Aus die­ser fal­len nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zwar die­je­ni­gen Hand­lun­gen her­aus, die auch den Tat­be­stand einer ande­ren Straf­vor­schrift erfül­len und der Zweck­set­zung der Ver­ei­ni­gung oder sonst deren Inter­es­sen die­nen. Die­se mate­ri­ell-recht­lich eigen­stän­dig zu bewer­ten­den Hand­lungs­ak­te begrün­den aber kei­ne Zäsur, wel­che die zwi­schen den sons­ti­gen Betä­ti­gungs­ak­ten bestehen­de tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit durch­trennt und in meh­re­re mate­ri­ell-recht­lich selb­stän­di­ge Hand­lungs­ein­hei­ten auf­teilt.

Erfül­len mit­glied­schaft­li­che Betä­ti­gungs­hand­lun­gen auch den Tat­be­stand einer ande­ren Straf­norm und die­nen die­se der Zweck­set­zung der Ver­ei­ni­gung oder sonst deren Inter­es­sen, steht tat­mehr­heit­lich neben die­sen Hand­lun­gen daher nur die Ein­heit aller sons­ti­gen mit­glied­schaft­li­chen Betei­li­gungs­ak­te als die eine ver­blei­ben­de tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit, sofern sich nicht nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen etwas ande­res ergibt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Okto­ber 2016 – AK 52/​16

  1. BGH, Beschluss vom 09.07.2015 – 3 StR 537/​14, BGHSt 60, 308, 311 f., 318[]