Mit­tä­er oder Gehil­fe?

Mit­tä­ter­schaft liegt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs dann vor, wenn ein Tat­be­tei­lig­ter nicht bloß frem­des Tun för­dern, son­dern sei­nen Bei­trag als Teil der Tätig­keit des ande­ren und umge­kehrt des­sen Tun als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils will.

Mit­tä­er oder Gehil­fe?

Bei Betei­li­gung meh­re­rer Per­so­nen, von denen nicht jede sämt­li­che Tat­be­stands­merk­ma­le ver­wirk­licht, han­delt mit­tä­ter­schaft­lich, wer sei­nen eige­nen Tat­bei­trag so in die gemein­schaft­li­che Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Tun als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erscheint 1.

Ob ein Betei­lig­ter ein so enges Ver­hält­nis zur Tat hat, ist nach den gesam­ten Umstän­den, die von sei­ner Vor­stel­lung umfasst sind, in wer­ten­der Betrach­tung zu beur­tei­len. Wesent­li­che Anhalts­punk­te kön­nen dabei der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Tat­er­folg, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Tat­herr­schaft oder wenigs­tens der Wil­le zur Tat­herr­schaft sein 2.

Dabei ist dem Tatrich­ter vor allem in Grenz­fäl­len ein Beur­tei­lungs­spiel­raum eröff­net, der revi­si­ons­recht­lich nur ein­ge­schränkt über­prüft wer­den kann. Ent­hal­ten die Urteils­grün­de eine hin­rei­chen­de Dar­le­gung aller maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te, ist die tatrich­ter­li­che Wer­tung vom Revi­si­ons­ge­richt auch dann hin­zu­neh­men, wenn im Ein­zel­fall eine ande­re Beur­tei­lung mög­lich gewe­sen wäre 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. März 2017 – 4 StR 196/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 15.01.1991 – 5 StR 492/​90, BGHSt 37, 289, 291[]
  2. BGH aaO[]
  3. Fischer, StGB, 64. Aufl., § 25 Rn. 25 mwN[]