Mit­tä­ter – und der beding­te Tötungs­vor­satz

Jeder Mit­tä­ter ist für ein Han­deln ande­rer Per­so­nen im Hin­blick auf eine Vor­satz­tat nur im Rah­men sei­nes eige­nen Vor­sat­zes ver­ant­wort­lich 1.

Mit­tä­ter – und der beding­te Tötungs­vor­satz

Selbst wenn die­ser Vor­satz, dem Tat­plan ent­spre­chend, auch den Ein­satz eines gefähr­li­chen Werk­zeugs umfasst hat, folgt dar­aus noch nicht ohne wei­te­res, dass ein Mit­tä­ter, der ein sol­ches Werk­zeug nicht selbst ein­setzt, auch beding­ten Vor­satz zur Tötung des Opfers hat.

Bei grup­pen­dy­na­misch gepräg­ten Gewalt­hand­lun­gen kön­nen Fäl­le mit gedan­ken­lo­ser Ver­let­zungs­ab­sicht vor­lie­gen, die gege­be­nen­falls nur mit gro­ber Fahr­läs­sig­keit hin­sicht­lich einer mög­li­chen Todes­ver­ur­sa­chung ein­her­ge­hen.

Ob beding­ter Tötungs­vor­satz oder Fahr­läs­sig­keit vor­liegt, ist in sol­chen Fäl­len hin­sicht­lich jedes Tat­be­tei­lig­ten in einer Gesamt­schau aller ihn betref­fen­den objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Tat­um­stän­de, in die auch die psy­chi­sche Ver­fas­sung des Tat­be­tei­lig­ten bei der Tat­be­ge­hung sowie sei­ne Moti­va­ti­on ein­zu­be­zie­hen sind, genau zu prü­fen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Sep­tem­ber 2016 – 2 StR 19/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 03.03.2011 – 4 StR 52/​11[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 26.01.2005 – 5 StR 290/​04, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vor­satz, beding­ter 59[]