Mit­tä­ter – und die Anzahl ihrer recht­lich selb­stän­di­gen Hand­lun­gen

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs bestimmt sich die Zahl der recht­lich selb­stän­di­gen Hand­lun­gen im Sin­ne von § 53 Abs. 1 StGB bei Zusam­men­ar­beit meh­re­rer Betei­lig­ter im Rah­men einer Tat­se­rie für jeden Täter regel­mä­ßig nach der Zahl sei­ner eige­nen Hand­lun­gen zur Ver­wirk­li­chung der Ein­zel­de­lik­te.

Mit­tä­ter – und die Anzahl ihrer recht­lich selb­stän­di­gen Hand­lun­gen

Wirkt ein Täter an ein­zel­nen Taten selbst nicht unmit­tel­bar mit, son­dern erschöp­fen sich sei­ne Tat­bei­trä­ge hier­zu im Auf­bau und der Auf­recht­erhal­tung des auf die Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten „Geschäfts­be­triebs”, sind die­se Tat­hand­lun­gen als – unei­gent­li­ches – Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt zu einer ein­heit­li­chen Tat zusam­men­zu­fas­sen1

Ohne Bedeu­tung ist dabei, ob Mit­tä­ter die ein­zel­nen Delik­te tat­mehr­heit­lich began­gen haben2.

Die Annah­me von Gewerbs- und Ban­den­mä­ßig­keit wird durch die Ände­rung des Kon­kur­renz­ver­hält­nis­ses nicht berührt3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. März 2016 – 4 StR 134/​15

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.07.2009 – 2 StR 160/​09, StV 2010, 363; vom 14.11.2012 – 3 StR 403/​12, StV 2013, 386, 387; und vom 23.05.2013 – 2 StR 555/​12, wis­tra 2013, 389 f.
  2. BGH, Beschluss vom 18.10.2011 – 4 StR 346/​11, wis­tra 2012, 67, 68; Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, NJW 2004, 2840, 2841, jeweils mwN
  3. vgl. BGH, Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177, 182 ff., 187 f.