Mit­tä­ter – und die Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen

Allein die mit­tä­ter­schaft­li­che Tat­be­tei­li­gung belegt für sich betrach­tet kei­ne tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt im Sin­ne von § 73 StGB [1].

Mit­tä­ter – und die Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen

Einem Tat­be­tei­lig­ten kann die Gesamt­heit des aus der Tat Erlang­ten mit der Fol­ge einer gesamt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung nur dann zuge­rech­net wer­den, wenn sich die Betei­lig­ten einig sind, dass jedem die Mit­ver­fü­gungs­ge­walt hier­über zukom­men soll, und er die­se auch tat­säch­lich hat­te.

Dabei genügt es, dass der Tat­be­tei­lig­te zumin­dest fak­ti­sche bzw. wirt­schaft­li­che Mit­ver­fü­gungs­ge­walt über den Ver­mö­gens­ge­gen­stand erlang­te.

Dies ist jeden­falls dann der Fall, wenn er im Sin­ne eines rein tat­säch­li­chen Herr­schafts­ver­hält­nis­ses unge­hin­der­ten Zugriff auf den betref­fen­den Ver­mö­gens­ge­gen­stand neh­men konn­te [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juni 2020 – 5 StR 154/​2

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 21.08.2018 – 2 StR 311/​18, NStZ 2019, 20[]
  2. BGH, Urteil vom 18.07.2018 5 StR 645/​17, NStZ-RR 2018, 278, 279[]