Mit­tä­ter – und sein Ver­hält­nis zur Tat

Mit­tä­ter ist, wer nicht nur frem­des Tun för­dert, son­dern einen eige­nen Tat­bei­trag der­art in eine gemein­schaft­li­che Tat ein­fügt, dass sein Bei­trag als Teil der Tätig­keit des ande­ren und umge­kehrt des­sen Tun als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils erscheint.

Mit­tä­ter – und sein Ver­hält­nis zur Tat

Ob ein Betei­lig­ter ein so enges Ver­hält­nis zur Tat hat, ist nach den gesam­ten Umstän­den, die von sei­ner Vor­stel­lung umfasst sind, in wer­ten­der Betrach­tung zu beur­tei­len.

Wesent­li­che Anhalts­punk­te kön­nen

sein 1.

Bei Betei­li­gung meh­re­rer Per­so­nen, von denen nicht jede sämt­li­che Tat­be­stands­merk­ma­le ver­wirk­licht, ist Mit­tä­ter, wer sei­nen eige­nen Tat­bei­trag so in die Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Han­deln als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erscheint.

Stets muss sich die­se Mit­wir­kung aber nach der Wil­lens­rich­tung des sich Betei­li­gen­den als Teil der Tätig­keit aller dar­stel­len 2.

Die Abgren­zung zwi­schen Täter­schaft und Teil­nah­me erfolgt auch beim ban­den­mä­ßi­gen Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen. Die Fest­stel­lung der Ban­den­mit­glied­schaft ver­mag daher kon­kre­te Fest­stel­lun­gen, wel­che die Annah­me mit­tä­ter­schaft­li­cher Mit­wir­kung an der ein­zel­nen Band­en­tat tra­gen, nicht zu erset­zen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. August 2016 – 2 StR 22/​16

  1. st.Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 15.01.1991 – 5 StR 492/​90, BGHSt 37, 289, 291; vom 09.04.2013 – 1 StR 586/​12, BGHSt 58, 218, 225 f.; vom 13.07.2016 – 1 StR 94/​16, Rn. 17[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 29.09.2015 – 3 StR 336/​15, NStZ-RR 2016, 6[]