Mit­tä­ter­schaft als Straf­schär­fungs­grund

Betei­li­gen sich meh­re­re Per­so­nen an einer Straf­tat, kann dies zwar unter Umstän­den eine erhöh­te Straf­wür­dig­keit begrün­den [1]. Gleich­wohl besagt allein der Um- stand mit­tä­ter­schaft­li­chen Han­delns noch nichts über das Maß der Tat­schuld des ein­zel­nen Betei­lig­ten.

Mit­tä­ter­schaft als Straf­schär­fungs­grund

Dass der Täter mit ande­ren Tat­ge­nos­sen zusam- men­ge­wirkt hat, kann im Ein­zel­fall sei­nen Tat­bei­trag sogar in einem mil­de­ren Licht erschei­nen las­sen [2].

Die straf­schär­fen­de Berück­sich­ti­gung der mit­tä­ter­schaft­li­chen Tat­be­tei­li­gung selbst, ohne – wie hier – die kon­kre­ten Umstän­de der Tat­be­tei­li­gung in den Blick zu neh­men, ver­stößt gegen § 46 Abs. 3 StGB [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. April 2016 – 3 StR 428/​15

  1. vgl. LK/​Theune, StGB, 12. Aufl., § 46 Rn. 141; Münch­Komm-StGB/­Mie­bach, 2. Aufl., § 46 Rn. 92[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 14.07.1993 – 3 StR 281/​93, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Wer­tungs­feh­ler 25; Beschluss vom 12.09.2013 – 2 StR 226/​13, BGHR § 46 Abs. 2 Wer­tungs­feh­ler 39; SSW- StGB/​Eschelbach, 2. Aufl., § 46 Rn. 80[]
  3. BGH, Beschluss vom 07.09.2015 – 2 StR 124/​15, NStZ-RR 2016, 74[]